Ambulante Versorgung

In den Niederlanden erfüllt der Hausarzt eine Gatekeeper-Funktion, was zu einer Einschränkung der freien Arztwahl führt. Versicherte müssen sich bei einem Hausarzt registrieren lassen, der die erste Anlaufstelle in der medizinischen Versorgungskette darstellt. Ohne Überweisung durch den Hausarzt haben Versicherte keinen Zugang zu fachärztlicher Versorgung oder Krankenhausbehandlungen.

Im Durchschnitt konsultiert der Niederländer 6,6-mal im Jahr einen Arzt (2012) - das ist bedeutend seltener als der Durchschnitt der OECD-Länder. Der überwiegende Teil aller Arztkontakte wird aufgrund der Gatekeeper-Position durch die hausärztliche Versorgung abgedeckt.

Der Anteil der selbstständigen Allgemeinmediziner in Einzelpraxen sank von 1970 bis 2000 von 91 Prozent auf 43 Prozent. Wesentlich stärker verbreitet sind dagegen Gruppenpraxen und Gesundheitszentren, in denen neben Allgemeinmedizinern auch verschiedene andere Gesundheitsberufe tätig sind.

Die Hausärzte erhalten Kopfpauschalen für ihre Patienten, die Abrechnung erfolgt nach dem Sachleistungsprinzip in der Regel direkt mit der Krankenversicherung. Die fachärztliche Versorgung findet auch ambulant fast ausschließlich in Krankenhäusern statt.

Bei den Arztbesuchen pro Jahr liegen die Niederlande mit etwa 5 bis 7 Arztbesuchen im Mittelfeld der verglichenen Länder.  Während die Zahl der Arztbesuche vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2004 leicht abnahm, stieg sie bis zum Jahr 2008/2009 wieder leicht an, bevor im Jahr 2010 ein sprunghafter Anstieg statt fand.

durchschnittliche Arztbesuche pro Jahr

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014