Berichte


Europäischer Bericht: Gesundheitssystem und finanzielle Nachhaltigkeit

 

Der aktuelle Bericht der europäischen Kommission informiert über politische Herausforderungen europäischer Gesundheitssysteme und der Langzeitpflege und zeigt Möglichkeiten auf, finanzielle Engpässe mit Hilfe von Effizienzgewinnen zu lösen, um die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Finanzierung sicherzustellen und eine hohe Qualität der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Der erste Teil des Berichts geht auf die Entwicklungen von Gesundheitsausgaben, die Nachhaltigkeit in der Finanzierung und Möglichkeiten zur Stabilisierung der Gesundheitssysteme auf europäischer Ebene ein. Ebenso wird die Langzeitpflege in der EU beleuchtet. Im zweiten Teil des Berichtes werden die spezifischen Systeme der Mitgliedsstaaten beschrieben, Reformtätigkeiten dargestellt und spezifische Vorschläge zur Sicherstellung der Finanzierung gemacht.

Österreich – Zahlen, Daten, Fakten

In Österreich haben wir zwar ein hohes Bruttosozialprodukt, wir geben jedoch auch anteilig mehr für Gesundheit aus als im europäischen Schnitt (Ö: 11% vom BIP; Ø EU-27: 10,1%; 2013). Und auch die öffentlichen Ausgaben für das Gesundheitssystem (8,4% vom BIP) sind höher als im EU-Durchschnitt (7,8% vom BIP). Darüber hinaus geht der Bericht davon aus, dass in Österreich die Gesundheitskosten auch stärker ansteigen werden als in der EU. Bis 2060 sollen in Österreich 2% vom BIP mehr für diesen Bereich ausgegeben werden als heute (Ø EU-27: +1,6%). Dafür ist die Lebenserwartung in Österreich höher als im EU-Durchschnitt und die Säuglingssterblichkeit geringer. Allein bei den verlebten Jahren in Gesundheit liegt Österreich im EU-Vergleich hinter dem Schnitt.

Stabilitätseinschätzung und Verbesserungsvorschläge

Für Österreich wird bezüglich der Finanzierungssicherheit des Gesundheitssystems kurzfristig ein geringes und mittel- und langfristig ein mittleres Risiko prognostiziert. Einer der wesentlichen Faktoren dafür ist, dass die wegen der Altersstruktur der Bevölkerung wachsenden Ausgabenbereiche (Gesundheitssystem, Langzeitpflege, Pensionssystem) sehr stark öffentlich finanziert werden.

Im Bericht der europäischen Kommission wird empfohlen die Effizienz des Finanzierungssystems weiter zu steigern und zu überlegen, wie es gelingen könnte Patienten (Kosten)effizient durch das Gesundheitssystem zu leiten. Dazu wird etwa geraten, dem Hausarztsystem als erste Anlaufstelle mehr Gewicht zu verleihen und ein adäquates Überweisungssystem einzuführen. Weiters soll die Koordination der einzelnen Organisationsebenen im Gesundheitssystems (z.B. Bund – Länder) forciert und damit unnötige Kosten vermieden werden. Unterschiede in der Versorgungsdichte zwischen den Regionen sollen durch eine umfassende Personalstrategie ausgeglichen werden. Um im intramuralen Sektor Geld zu sparen, soll darauf geachtet werden dass der Anteil tagesklinischer Leistungen weiter ausgebaut wird und unnötige Hospitalisierungen vermieden werden (z.B. Aufnahme erst am Tag der Operation). Darüber hinaus wird empfohlen die Datenlage in einigen wichtigen Bereichen zu verbessern, zum Beispiel dem Patienteninformationssystem. Außerdem soll Health Technologie Assessment (HTA), eine Methode zur systematischen Bewertung medizinischer Technologien, Prozeduren und Hilfsmittel, verstärkt zum Einsatz kommen und Informations- und Kommunikationstechnologien besser genutzt werden. Die europäische Kommission empfiehlt zudem die stärkere Promotion von gesunden Lebensstilen und Vorsorgeuntersuchungen.

 

Weitere Informationen zum Gesundheitssystem in Österreich

 

Quellen:

Bericht