Finanzierung

Im staatlichen Gesundheitssystem Großbritanniens werden über 70 Prozent der Gesundheitsausgaben über Steuermittel finanziert, während die restlichen 30 Prozent über Sozialabgaben und diversen Gebühren gedeckt werden. Arbeitnehmer zahlen einen Beitragssatz von elf Prozent für den Globalbeitrag, über den Geldleistungen bei Krankheit, Mutterschaft und Invalidität finanziert werden. Der Arbeitgeberanteil liegt bei 12,8 Prozent des Verdienstes. Da auch der Beitragssatz zur nationalen Sozialversicherung (National Insurance) vom Staat festgelegt wird, werden die Sozialversicherungsbeiträge als Steuern betrachtet.

Das zwischen dem Finanzministerium und dem Gesundheitsministerium (Department of Health, DoH) für drei Jahre ausgehandelte Gesundheitsbudget wird auf Grundlage verschiedener Kriterien, an die Einrichtungen des NHS verteilt. Im Jahr 2010 entfielen von 102 Milliarden GBP etwa 50 Prozent auf die Akutkrankenhäuser und auf die Primärversorgung etwa 10 Prozent.

Mit einem vergleichsweise niedrigen Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt galt die nationale Gesundheitsversorgung als chronisch unterfinanziert. Um das damit einhergehende Problem sehr langer Wartezeiten in den Griff zu bekommen, wurden in den letzten Jahren Verstärkt Mittel zur Verfügung gestellt, so dass die Gesundheitsausgaben gemessen am BIP einen gehörigen Anstieg verzeichneten und im Jahr 2012 9,4% betrugen. Der Höchstwert im Jahr 2009 könnte durch die wirtschaftliche Situation begründet sein, die durch ein niedrigeres BIP bei gleichbleibenden Ausgaben den Wert der Gesundheitsausgaben als Anteil am BIP in die Höhe treibt.

Gesundheitsausgaben in Prozent des BIP

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014