Aus den Gesundheitssystemen

8. Gesundheitspolitisches Gespräch: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

Beim 8. Gesundheitspolitischen Gespräch zum Thema „Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung“ am Montag, 13. November 2018 im Ars Electronica Center Linz bezogen die Expertinnen und Experten klare Positionen zur Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK. Das Linzer Institut für Gesundheitssystem-Forschung und die Ärztekammer für OÖ luden zu zwei Vorträgen renommierter ExpertInnen mit anschließender Podiumsdiskussion ein.

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HPV-Impfung auch für Buben

Bereits seit 2007 wird in Deutschland für Mädchen zwischen 9 – 14 Jahren die HPV-Impfung von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Der humane Papillomvirus gilt als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Nun wird die Impfung auch für Buben empfohlen, um die Ansteckungsgefahr weiter zu senken.

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Kindersterblichkeit könnte stark ansteigen

Eine aktuelle Studie des Royal College of Paediatrics and Child Health warnt, dass in England und Wales die Säuglings- und Kindergesundheit ohne wirksame Maßnahmen unter Druck geraten wird. 2030 könnte die Kindersterblichkeit bereits 140 Prozent höher liegen als in vergleichbaren Ländern. Rasches Handeln ist daher gefragt.

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Spitalskonkurs: bedrohliche Situation in Flevoland

Zwei Spitäler in den Niederlanden werden wegen Konkurses kurzfristig geschlossen. Eines davon befindet sich in Amsterdam, wo es die Spitalsdichte erlaubt, dass Patienten in andere Häuser übersiedelt werden. Das andere befindet sich hingegen in der Provinz Flevoland, wo es in der näheren Umgebung keine Alternativen gibt. Für die Bevölkerung könnte es dadurch zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

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Wie digital ist die Praxis?

Erstmals kam in Deutschland das PraxisBarometer Digitalisierung zum Einsatz. Erfragt wurden dabei die tatsächliche Verwendung digitaler Applikationen in den Praxen und die Einschätzungen zu deren Nutzen. Doch obwohl in einigen Anwendungen großes Potenzial gesehen wird, steht es mit dem Vertrauen in die Technik nicht allzu gut.

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News aus der Ärztekammer OÖ


Sport im Sommer: Auf Signale des Körpers hören

Raus aus dem Fitnessstudio und den Sommer nützen", so lautet das Credo von Dr. Helmuth Ocenasek, Referent für Sportärzte der Ärztekammer für OÖ. Er empfiehlt jede Form von Outdoor-Sport, sei es Wandern, Radfahren, Schwimmen oder auch Laufen. Besonders bei Hitze sollte man eines nicht vergessen: „Hören Sie auf die Signale des Körpers!"

Egal ob Jung oder Alt: Radfahren und Wandern sind als Sportarten im Sommer für jeden geeignet. Beim Laufen und Schwimmen gibt es außerdem einige Dinge zu beachten, wie Dr. Helmuth Ocenasek erklärt. 

Wandern: Kalorien verbrennen statt zu sich nehmen

Man sollte beim Wandern zuckerfreie Getränke einpacken – bei einer zirka dreistündigen Wanderung verbraucht man nur rund 300 bis 400 Kalorien und man neigt durch die Speckjause und süße Getränke dazu, mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als zu verbrennen", sagt Dr. Helmuth Ocenasek. Er rät außerdem, besonders wenn man sich das ganze Jahr über eher weniger sportlich betätigt, nur eine kurze Tour, also zwischen zwei und vier Stunden zu planen: „Da reicht es, wenn man nur einen Liter Wasser mitnimmt. Setzen Sie sich Ziele, die erreichbar sind und hören Sie auf die Signale des Körpers. Es muss ja nicht gleich der Feuerkogel sein, der bezwungen werden soll", so der Mediziner. Sowohl ältere als auch jugendliche Semester sollten sich von aufkeimender Euphorie nicht zu übermütigen und überfordernden Wanderungen hinreißen lassen.

Laufen: pulsorientiert statt tempoorientiert

Wer etwas schneller unterwegs sein möchte, kann natürlich auch bei Hitze laufen: „Laufen bei Hitze ist cool! Es spricht aus sportmedizinischer Sicht nichts dagegen, wenn man weiß, wie man läuft", sagt Dr. Ocenasek.

 

Wer nur tempoorientiert läuft, wird schnell an seine Grenzen stoßen und es kommt zur Überforderung. Deshalb ist es wichtig, auf den Puls zu achten. Wer die Hitze in seinen Herz-Kreislauf-Belastungsbereich miteinberechnet, wird schnell merken, dass man viel langsamer laufen muss. Der Körper braucht beim Laufen in der Hitze zehn bis 20 Prozent für den Abtransport der Wärme, also die Kühlung", erklärt der Sportmediziner aus Linz. Wer seine Gelenke schonen möchte, kann auch Nordic Walking machen. Hier steht nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern der Stockeinsatz und damit einhergehend wird auch die Oberkörpermuskulatur in Anspruch genommen.

Schwimmen: trainieren statt baden

Wer es lieber kühler mag, kann aber auch ein Schwimmbecken aufsuchen. Doch
Dr. Ocenasek warnt davor, schwimmen und baden miteinander zu verwechseln: „Schwimmen als Sport ist gesund, keine Frage. Aber im Regelfall schwimmt man nicht richtig, denn dazu müsste man die Techniken des Schwimmens beherrschen. Man sollte entweder 30 bis 60 Minuten durchschwimmen oder zum Beispiel sechs mal zehn Minuten zügig auf den Tag verteilt, um einen Trainingseffekt zu erzielen. Sonnenschutz nicht vergessen und keinesfalls überhitzt oder dehydriert ins Wasser gehen." Beim Schwimmen bleiben Herzfrequenz und Kalorienverbrauch relativ niedrig, man stabilisiert die Gelenke und trainiert die Muskulatur. Übergewichtige Menschen sollten Aqua-Jogging oder Wassergymnastik ausprobieren, da es besonders gelenkschonend ist.

Spezialsportarten: Spaß statt Sport

Wer durch das schöne Wetter motiviert eine Spezialsportart ausüben möchte, sollte diese schon vorher beherrschen. „Natürlich kann man rudern oder paddeln gehen, aber man braucht zirka ein halbes Jahr Training, um zum Beispiel diese Sportarten zu erlernen", sagt Dr. Ocenasek. „Beim Rudern oder Kanufahren steht oft auch die Entspannung in der Natur im Vordergrund – und das ist für Körper und Seele genauso wichtig wie Muskelaufbau und Herz-Kreislauf-Training." Stabilisierung des Rücken- und Bauchbereichs bekommt man durch Stand-up-Paddling. Wakeboarden ist als Freizeitbeschäftigung für das Herz-Kreislauf-System keine Herausforderung. „Über die Wellen zu springen hingegen, das erfordert Geschenk und dazu muss man körperlich sehr fit sein", sagt der Arzt.

Foto: Adobe Stock



Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 02/2018: Attraktive Sonderklasse

Die medizinische Versorgung in Österreich ist prinzipiell eine sehr Gute. Trotzdem wünschen sich immer mehr Menschen darüber hinausgehende Leistungen. Das lässt sich für den stationären Bereich an der wachsenden Quote der privat krankenversicherten Personen ablesen. Verwerflich ist daran freilich nichts, auch wenn sich ob dieser Zahlen der besorgniserregende Gedanke an eine verstärkte Zwei-Klassen-Medizin manifestieren will. Und diese Gefahr besteht auch, sofern man die privaten Gelder nicht in die richtigen Bahnen lenkt und so dafür sorgt, dass die öffentliche medizinische Versorgung auf einem High-end-Level bleibt und sich die Unterschiede zwischen den Klassen weiterhin lediglich in Komfortelementen und nichtmedizinischen Serviceleistungen finden. Der Schlüssel dafür liegt unserer Ansicht nach in der Vermeidung einer parallelen privaten Spitalsstruktur und deshalb in der Verbesserung der Sonderklasse in den öffentlichen Krankenhäusern.

In dieser Ausgabe finden Sie Beiträge, die aufzeigen, welche Maßnahmen für eine attraktive Gestaltung der Sonderklasse notwendig sind. Umfragen in der oberösterreichischen Bevölkerung und unter den Primarärztinnen und -ärzten des Landes geben Einblicke in die Bedürfnisse von Sonderklassepatientinnen und -patienten, zeigen Probleme auf und weisen auf Möglichkeiten hin. Ein weiterer Experte bearbeitet die Thematik der Sonderklasse aus der Perspektive des Marketings und stellt wirksame Instrumente zur Innovationsfindung vor. Im Auslandsbeitrag wird auf die Privatmedizin in deutschen Spitälern eingegangen. Interessantes finden Sie außerdem wie gewohnt in den Rubriken „Auf den Standpunkt gebracht" und den „News aus den Gesundheitssystemen".

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

  • Hon.-Prof. Dr. Felix Wallner - Überlegungen zur Attraktivierung der Sonderklasse
  • Mag. Katharina Wieser - Ökonomische Effekte der Privaten Krankenversicherung
  • Mag. Vasiliki Karagiannidis - Bevölkerungsbefragung: Anforderungen an die Sonderklasse in Spitälern
  • Mag. Sabine Weißengruber-Auer, Mag. Katharina Wieser -Befragung und Fokusgruppe "Attraktive Sonderklasse": Auf den Milchschaum nicht vergessen!
  • o.Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Gerhard Wührer - Zusatzleistungen in der Sonderklasse - Ansätze zu einer innovativen Gestaltung von Angeboten im Gesundheitsbereich
  • Dr. Christine Arentz - Private Zusatzversicherungen in der stationären Versorgung in Deutschland
  • Auf den StandPunkt gebracht mit einem Beitrag von Dr. Peter Eichler
  • News aus den Gesundheitssystemen

Termine

8. Gesundheitspolitisches Gespräch: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

Beim 8. Gesundheitspolitischen Gespräch zum Thema „Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung“ am Montag, 13. November 2018 im Ars Electronica Center Linz bezogen die Expertinnen und Experten klare Positionen zur Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK. Das Linzer Institut für Gesundheitssystem-Forschung und die Ärztekammer für OÖ luden zu zwei Vorträgen renommierter ExpertInnen mit anschließender Podiumsdiskussion ein.

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