Aus den Gesundheitssystemen

Längere Öffnungszeiten für Kassenärzte

Ein neuer Gesetzesentwurf soll den langen Wartezeiten bei Arztterminen den Kampf ansagen. Zwar beinhaltet dieses Gesetz auch Zusagen gegenüber der Ärzteschaft und Verbesserungen für Patienten in Bezug auf Kassenleistungen, jedoch bringt es auch drastische Einschnitte in das Arbeitsleben von Kassenärztinnen mit sich.

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10-Jahres-Plan soll 500.000 Leben retten

In den kommenden 10 Jahren will der National Health Service England den Fokus vermehrt auf die Prävention und die Früherkennung legen. Dadurch sollen bis zu 500.000 Leben gerettet werden. Vor allem für Hausärzte, die psychische Gesundheitsversorgung und Sozialdienste soll mehr Geld ausgegeben werden, auch um die Spitäler zu entlasten. Prinzipiell ist der Plan gut – wenn nicht der akute Personalmangel dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung macht.

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Empfehlung der Meningokokken-Impfung

In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 forderten Meningokokken der Gruppe W in den Niederlanden 18 Menschenleben – dreimal so viele wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Übertragen wird die Erkrankung durch Husten und Niesen. Die Impfung für die Gruppen C und W wurde daher jetzt im nationalen Impfprogramm ausgeweitet.

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Der neue HiT ist da!

Die Berichtserie „Health Systems in Transition“ (HiT) des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und –politik stellt eine Reihe von Länderprofilen europäischer Gesundheitssysteme zur Verfügung. Für Österreich wurde nun eine aktualisierte Version vorgestellt.

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Mindestfallzahlen auf Operateure erweitert

Mindestfallzahlen werden seit dem Jahr 2012 für die Festlegung des Leistungsumfanges von Spitälern herangezogen. Der Kanton Zürich lobt in einer kürzlichen Mitteilung die positiven Auswirkungen dieser Vorgangsweise und will nun für sechs Leistungsgruppen Mindestfallzahlen für einzelne Operateure und Operateurinnen festlegen.

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News aus der Ärztekammer OÖ


Fahrplan Primärversorgung: Die Teams um den Hausarzt werden ausgebaut

Vier Primärversorgungseinheiten bestehen in Oberösterreich bereits. Dabei arbeiten mehrere Gesundheitsberufe zusammen und die Versorgung erfolgt „aus einem Guss". Nun einigen sich OÖGKK, Land Oberösterreich und die Ärztekammer für Oberösterreich auf einen weiteren Ausbau.

Primärversorgungsmodelle stellen neben dem bewährten Modell „Hausarzt" eine weitere Möglichkeit dar, um die medizinische Versorgung – auch durch multidisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen – für die Zukunft zu sichern. Die OÖGKK, das Land Oberösterreich und die Ärztekammer für Oberösterreich haben sich zum Ziel gesetzt, eine multiprofessionelle Primärversorgung auszubauen.

Vier Primärversorgungseinheiten bereits in Betrieb

In Enns, Haslach, Marchtrenk und Sierning-Neuzeug sind bereits Primärversorgungseinheiten in Betrieb. Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sowie Fachpersonal aus den Bereichen Krankenpflege, Physiotherapie, Psychotherapie, Diätologie, Sozialarbeit und dgl. arbeiten dabei eng zusammen. Das bedeutet für Patienten ein erweitertes und besser koordiniertes Leistungsangebot aus einer Hand. Die Patienten profitieren außerdem von erweiterten Öffnungszeiten, vor allem am späten Nachmittag und am Abend.

Ausbau der Primärversorgung verteilt über Oberösterreichs Regionen

Das gemeinsame Ziel von OÖGKK, Land Oberösterreich und Ärztekammer für OÖ ist eine ausgewogene regionale Verteilung der Primärversorgungseinheiten, die sich auch im Regionalen Strukturplan Gesundheit abbilden sollen. Oberösterreich hat sechs Versorgungsregionen (Zentralraum Linz, Zentralraum Wels, Mühlviertel, Pyhrn-Eisenwurzen, Salzkammergut, Innviertel), in denen die Primärversorgung Schritt für Schritt ausgebaut werden soll. Neue Standorte werden nach bestimmten Kriterien ausgewählt, etwa nach der Einwohnerzahl in der jeweiligen Versorgungsregion (Richtwert sind 6.000 Einwohner pro Primärversorgungseinheit, das entspricht drei vollen Vertragsarztstellen) bzw. nach der Nähe zu Spitälern, um diese zu entlasten. Das PVE-Zielbild soll in der kommenden Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossen werden, um eine Diskussionsgrundlage für die Weiterentwicklung der Versorgung zu schaffen.

Geeignete Standorte in Oberösterreich

Konkret wurden folgende Orte als gut geeignete Standorte für Primärversorgungseinheiten definiert: Linz, Traun, Leonding, Wels, Grieskirchen/Schallerbach, Perg, Freistadt, Gallneukirchen/Engerwitzdorf, Steyr, Kirchdorf/Micheldorf, Vöcklabruck, Seewalchen, Gmunden, Bad Ischl, Braunau, Mattighofen, Schärding/Andorf und Ried im Innkreis. Ob an einem bestimmten Standort tatsächlich eine Primärversorgungseinheit errichtet wird, hängt in erster Linie davon ab, ob sich ausreichend interessierte Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner bzw. Angehörige der anderen Berufsgruppen finden. Selbstverständlich ist an den genannten Standorten aber auch weiterhin eine Versorgung mit hausärztlichen Einzel- und Gruppenordinationen vorgesehen.

Klassische Hausarztpraxen gibt es weiterhin

Hausärzte machen bei der Primärversorgung freiwillig mit. Die hausärztliche Einzel- und Gruppenpraxis wird es weiterhin geben. Derzeit hat Oberösterreich 667,3 Kassenstellen für Allgemeinmedizin verteilt auf 730 Hausärzte. Primärversorgungseinheiten decken nur einen Teil davon ab. Pro Primärversorgungseinheit werden mindestens drei volle Kassenstellen für Allgemeinmedizin angestrebt, die aber auf mehr Ärzte aufgeteilt werden können – was Teilzeitarbeit für die Mediziner erleichtert.

Flexibilität in der Planung

Wichtig ist den Gesundheitsplanern, ein Stück Flexibilität zu wahren, um auf Veränderungen und Bedürfnisse in der Versorgung reagieren zu können. So können Standorte verlegt werden, wenn sich z. B. an einem gewünschten Standort keine Interessenten finden, an einem anderen ebenfalls geeigneten aber schon. Ob die Primärversorgung als Zentrum (alles unter einem Dach) oder als Netzwerk umgesetzt wird, hängt ebenso von den regionalen Gegebenheiten ab. Zentren sind in größeren Orten sinnvoll. Für dünn besiedelte Gebiete mit vielen kleineren Gemeinden eignen sich eher Netzwerke. Grundsätzlich gelten für Netzwerke dieselben Kriterien wie für Zentren – nur, dass die Zusammenarbeit über mehrere Standorte hinweg erfolgt.

Zusammenarbeit zwischen regionalen Gesundheitsplayern

„Oberösterreich hat viel Expertise bei der Entwicklung der Primärversorgung beigesteuert und Pionierarbeit geleistet. Für jeden Standort gibt es eine maßgeschneiderte Lösung. Das ist nur möglich, wenn regionale Partner im Gesundheitswesen eng zusammenarbeiten und Entscheidungsspielraum haben. In Oberösterreich sind wir nicht zuletzt durch unsere erfolgreiche Kooperation auf regionaler und lokaler Ebene Vorreiter in Sachen Primärversorgung. Wir sind überzeugt von diesem Modell und sind gerne bereit, hier Ressourcen zu investieren", sagt Albert Maringer, Obmann der OÖGKK.

Primärversorgung bietet viele Vorteile

Mag. Christine Haberlander, Gesundheitslandesrätin für Oberösterreich: „In Oberösterreich gehen wir den bewährten und erfolgreichen Weg des Miteinanders von Gebietskrankenkasse, Ärztekammer und Land Oberösterreich weiter. Richtschnur ist für uns dabei eine optimale Patientenversorgung. Eine funktionierende Primärversorgung bedeutet, dass alle Patientinnen und Patienten mit ihren ‚medizinischen Alltagssorgen‘ eine wohnortnahe allgemeinmedizinische Versorgung erhalten. Ob dies über den traditionellen Hausarzt bzw. die traditionelle Hausärztin erfolgt, oder über Primärversorgungszentren, können die Beteiligten vor Ort am besten beurteilen. Hier gibt es daher keine starren Vorgaben, sondern es gibt nur das gemeinsame Ziel der Systempartner, dass wir in allen Regionen diese Versorgung in guter Qualität anbieten wollen. Wir setzen daher auf Freiwilligkeit und legen besonderes Augenmerk auf optimale Standorte. Das Modell der Primärversorgung ist gerade für junge Ärztinnen und Ärzte, die in einem Team arbeiten wollen, attraktiv und kann dazu beitragen, dass diese jungen Menschen sich für den Beruf der Hausärztin oder des Hausarztes entscheiden. Damit sichert dieses Modell die Versorgung der Patientinnen und Patienten."

OMR Dr. Thomas Fiedler, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte: „Primärversorgung soll die bewährte bestehende Versorgung durch die Hausärztinnen und Hausärzte ergänzen und unterstützen. Den Ärztinnen und Ärzten steht es dabei frei, sich für diese Form der Zusammenarbeit zu entscheiden. Bei den derzeit geplanten Primärversorgungseinheiten ist genügend Flexibilität im Plan, um die durch den gravierenden Ärztemangel entstehenden Versorgungslücken schließen zu können."

Foto: Land OÖ/Schaffner – von links: Kurienobmann OMR Dr. Thomas Fiedler, Landesrätin Mag. Christine Haberlander, OÖGKK-Obmann Albert Maringer

Rückfragen:

OÖGKK ........................................ Mag. Harald Schmadlbauer / Tel. 05 78 07-10 24 00 harald.schmadlbauer@ooegkk.at
Land OÖ ....................................... Mag. Karin Mühlberger / Tel. 0732/7720-17110 karin.muehlberger@ooe.gv.at
Ärztekammer für OÖ .................... Mag. Claudia Werner / Tel. 0732 77 83 71-323 c.werner@aekooe.at



Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 03/2018: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

 

Zwischen den bisher neun Gebietskrankenkassen gab es zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten, die ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in sich bargen. Gute Ideen und innovative Lösungen konnten voneinander abgeschaut und an regionale Bedürfnisse angepasst werden. Mit der Zusammenfassung der Gebietskrankenkassen in eine Österreichische Gesundheitskasse ÖGK droht ein starker Innovationsmotor verloren zu gehen. Bleibt hingegen ein gewisser individueller Gestaltungsspielraum der künftigen Landesservicestellen bestehen, könnten die negativen Effekte dieser Entwicklung abgefedert werden.

In dieser Ausgabe finden Sie eine ausführliche Studie, die die Bedeutung von Benchmarking in Organisationen beleuchtet und der Frage nach sinnvollen Kennzahlen in der sozialen Krankenversicherung im Allgemeinen und der ÖGK im Besonderen nachgeht. Weitere Expertenbeiträge behandeln die Vorgehensweise zur qualitativen Weiterentwicklung der Krankenversicherung in Deutschland und in anderen Ländern und stellen Thesen zum Versicherungswettbewerb in der extramuralen Versorgung auf. In der Rubrik „Auf den Standpunkt gebracht" finden Sie wie gewohnt Meinungen und Fachwissen von Menschen aus der Gesundheitspolitik und die „News aus den Gesundheitssystemen" informieren über gesundheitspolitische Entwicklungen in Europa.

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

 

Beiträge:

 

Termine

Der Primararzt im Fokus - Herausforderungen abseits der Medizin

Am Samstag, 9. Februar 2019 findet in Linz eine Konferenz zum zu.HÖREN, mit.MACHEN und fort.BILDEN statt. Nicht-medizinische Qualifikationen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger, werden im Rahmen der medizinischen Ausbildung jedoch nicht gelehrt. Die Konferenz greift die essentiellen Themen „Ethik in der ärztlichen Führung“, „Konflikte als Chance für das System“ und „Generationen wirksam führen“ auf.

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