Aus den Gesundheitssystemen

Ärzte stellen Ärzte an

Seit 1. Oktober 2019 dürfen Ärzte in Niederlassung fachgleiche Kolleginnen und Kollegen anstellen. Damit wird eine wichtige Möglichkeit für die Zusammenarbeit geschaffen und der Beruf des Kassenarztes wieder attraktiver werden.

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EU-Gesundheitsprogramm „in a Nutshell“

Das EU-Gesundheitsprogramm 2014-2020 ist das dritte seiner Art. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sprach auf der Gesundheitskonferenz in Brüssel am 30. September über die Ziele, Maßnahmen und Erfolge des Programms. Interessant, weil es sich dabei um eine schöne Zusammenfassung einer sehr komplexen Thematik handelt.

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News aus der Ärztekammer OÖ


Pressekonferenz zur 24. Linzer reisemedizinischen Tagung   

„The Good, the Bad and the Ugly: Reise-assoziierte Krankheiten – ein Überblick" so das Motto der heurigen reisemedizinische Tagung, die von 26. - 28. April 2019 in Linz stattfindet. Neben Updates rund um die Reise- und Touristikmedizin mit aktuellen epidemiologischen Zahlen stehen auch Krankheiten bei Reiserückkehrern und – dem internationalen Trend folgend – Fragen der Tauchmedizin im Fokus.

Freitag, 26. April 2019, 10:00 Uhr
Presseclub OÖ Saal A, Landstraße 31, 4020 Linz

Es informieren Sie:
Dr. Peter Niedermoser            Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich
Prof. DDr. Martin Haditsch        Facharzt für Hygiene, Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin im Travel Med Center Leonding
Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch        Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Reise- und Touristikmedizin
Dr. Georg Palmisano        Landessanitätsdirektor und Fachgruppenvertreter für Klinische Mikrobiologie und Hygiene

 

Reise-assoziierte Krankheiten sind vielfältig

Einer der heurigen Schwerpunkte der Linzer Reisemedizinischen Tagung ist reisebedingten Krankheiten gewidmet, seien sie nun trivial wie z.B. der Reisedurchfall, schwer oder gar intensivpflichtig wie etwa Malaria, Typhus oder Amöbenleberabszess oder hochansteckend und somit isolierpflichtig.

Das soll auch aus zweierlei Perspektiven beleuchtet werden: einerseits wird berichtet, welche Patienten mit welchen Krankheiten nach Rückkunft bei österreichischen Ärzten (z.B. Hauterkrankungen, Ektoparasiten) oder in österreichischen Spitälern behandelt werden, andererseits soll auch dargestellt werden, wie denn (illustriert am Beispiel Indien) die Versorgung vor Ort bei diesen vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern erfolgt.

Neue Reisetrends

Der Trend zu abenteuerlichen Reisen wirft häufig auch die Frage nach Gifttierkontakten auf. Auch diese Aspekte werden sowohl hinsichtlich Häufigkeit als auch Möglichkeiten der Vorsorge und der Versorgung im Anlassfall im Rahmen der Veranstaltung abgehandelt.

(Geräte-)Tauchen wird zum Massensport. Dieser führt alljährlich viele Reisende in ferne, zum Teil auch entlegene Regionen. Um diesem Trend auch medizinisch gerecht zu werden haben wir mit diesem Thema heuer einen weiteren Schwerpunkt gesetzt. „Die Ausübung dieses Sports bedarf einer selektiven Tauglichkeit und der Einhaltung grundsätzlicher Vorgaben wie z.B. des Verzichts auf Alkohol vor dem Tauchen oder eines gewissen Abstands zwischen dem letzten Tauchgang und dem Heimflug", rät Prof. DDr. Martin Haditsch, Facharzt für Hygiene, Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin im Travel Med Center Leonding. Um dieses komplexe Thema möglichst umfassend abbilden zu können, wird der Europa-Repräsentant von DAN (Divers Alert Network) einerseits die Aspekte der Tauchtauglichkeit erläutern, andererseits anhand realer Notfälle das Problem des Tauchzwischenfalls darstellen. Ergänzend wird er dieses Thema noch im Deep Space des Ars Electronica Centers – unterstützt durch eindrucksvolle Video-Clips – in unterschiedlichen Facetten darstellen.

Abgerundet wird das Gesamtprogramm durch die unverzichtbaren Updates in den Bereichen Impfungen, Malariaprophylaxe, Epidemiologie* und Berichten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

All diese Punkte werden in bewährter Art und Weise durch nationale und internationale Experten aus Deutschland, der Schweiz und Indien mit höchster Kompetenz abgehandelt.
(*eine aktuelle Kurzzusammenfassung epidemiologisch relevanter Ereignisse finden Sie am Ende der Presseunterlage.)


Impfschutz gegen Masern wichtiger Bestandteil des Reiseimpfschutzes
Der Impfschutz gegen Masern ist in Österreich im nationalen Impfprogramm enthalten. Die MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) ist derzeit an öffentlichen Impfstellen für alle Altersgruppen kostenfrei erhältlich. „Masern sind aber auch wichtiger Bestandteil unserer reisemedizinischen Beratungen, weil die Krankheit in verschiedensten Reiseländern zum Teil endemisch ist, d.h. immer wieder gehäuft auftritt, auch innerhalb Europas", betont Dr. Georg Palmisano, Landessanitätsdirektor und Fachgruppenvertreter für Klinische Mikrobiologie und Hygiene.

Weltweit herrscht weiterhin eine erhöhte Masernaktivität. In der WHO-Region Europa wurden bis Dezember 2018 fast 60.000 Masernfälle und mindestens 64 Todesfälle registriert. In den EU/EWR-Ländern wurden zwischen 1. November 2017 und 30. November 2018 insgesamt 12.790 Fälle bzw. 35 Todesfälle registriert. Die meisten Masernfälle wurden in Griechenland (2.634), Frankreich (2.921), Italien (2.548), Rumänien (1.346) und Großbritannien (984) aufgezeichnet. Insgesamt wurden im Vorjahr Masernfälle in 30 EU/EWR-Mitgliedstaaten beobachtet. (Quelle: BMASK)

Aufgrund vermehrter Masernausbrüche europaweit wird auch seitens des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die Empfehlung ausgesprochen, dass alle EU/EWR-Bürgerinnen und Bürger, die in Länder oder Regionen mit bekannten Ausbrüchen reisen, vorab die Immunität überprüfen (zwei MMR-Impfungen oder nachweislich durchgemachte Erkrankung) und sich gegebenenfalls impfen lassen.
„Der beste Reiseimpfschutz nutzt nichts, wenn ich gegen ‚gängige‘ Krankheiten nicht geschützt bin. In unserer mobilisierten und globalisierten Welt, in der sehr viel gereist wird, bleiben aber auch die nationalen Vorbeugungskampagnen weiterhin sehr wichtig: einerseits, um den Ausbruch von Krankheiten in der Bevölkerung zu verhindern, andererseits natürlich zum persönlichen Schutz jeder und jedes Einzelnen", so Palmisano.


Reisemedizinische Beratungs- und Impfstelle des Landes Oberösterreich: Steigerungen bei persönlichen Beratungen und Impfungen
In der Reisemedizinischen Beratungs- und Impfstelle des Landes Oberösterreich im Landesdienstleistungszentrum in Linz wurden 2018 1.229 persönliche Beratungen durchgeführt. Gegenüber 2017 (1.034) ist ihre Zahl um fast 19 Prozent angestiegen. Dazu kommen noch zahlreiche telefonische Auskünfte, die jedoch nicht erfasst werden.

Steigende Zahlen werden auch bei den Impfungen verzeichnet: 2.720 Impfungen waren es 2018, um rund ein Fünftel mehr als im Jahr 2017 (2.245).


Die ASTTM
Die ASTTM (Austrian Society for Travel and Touristic Medicine), Kooperationspartner der Linzer Tagung, versteht sich als fachlicher Dachverein für Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in der Reisemedizin. Die Linzer reisemedizinische Tagung wiederum ist eine der wichtigsten Fortbildungsmöglichkeiten im Fachbereich Reisemedizin, die in Österreich überhaupt angeboten werden. Somit besteht hier seit vielen Jahren eine ausgeprägte und fruchtbare Zusammenarbeit.

Die ASTTM kooperiert aber auch mit der Firma MedEXCITE, wobei letztere sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Fortbildungsanbieter auf dem Sektor Reisemedizin und Impfwesen etabliert hat. Für Ärzte wird seit 2015 regelmäßig zwei Mal pro Jahr der „Zertifikatskurs Reisemedizin" angeboten, ein 32-stündiger Intensivkurs, der von der Österreichischen Ärztekammer als schildfähiger Kurs anerkannt wird. In den bisher 6 angebotenen Kursen wurden insgesamt rund 300 Ärzte, vor allem Allgemeinmediziner und Betriebsärzte, aber auch Arbeitsmediziner und andere Fachärzte ausgebildet. Die Kurse, die wechselweise in Wien und in Velden stattfanden waren seither ausnahmslos ausgebucht, die Evaluierungen ergaben eine hervorragende Beurteilung, bisher betrug die Weiterempfehlungsrate stets 100%. Die Zertifikatskurse sind übrigens auch mit dem CRM (Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf) und der österreichischen Arztakademie abgestimmt und vice versa anerkannt, sodass diese Ausbildung auch im EU-Ausland anerkannt wird.


Impfkurse für Ärzte
Im Oktober 2019 startet die ASTTM zusammen mit MedEXCITE und der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde ein weiteres Projekt: Einen „Impfkurs" für Ärzte. Die Veranstalter sind der festen Überzeugung, dass in der österreichischen Ärzteschaft zum Thema Impfen ein großer Bedarf an einer intensiven Fortbildung besteht, da dieses Thema einerseits in der Ärzteausbildung – ausgenommen im pädiatrischen Bereich – recht rudimentär gelehrt wird und andererseits die Fülle an neuen Impfstoffen, neuen Indikationen, speziellen zu impfenden Personengruppen und die zunehmende Impfskepsis in der Bevölkerung an die niedergelassenen Ärzte eine große Herausforderung darstellt. „Aus diesem Grund haben wir ein Programm für einen 3-tägigen, 24 Fortbildungsstunden umfassenden Kurs ausgearbeitet, den wir erstmals im Oktober 2019 (10.-12.10.2019) anbieten wollen. Die Vorträge werden von den renommiertesten KollegInnen gehalten", ist Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Reise- und Touristikmedizin, überzeugt von der Fortbildung.

Die bisherigen Erfolge bestärken die ASTTM, ihre Bemühungen zur Schaffung und Abhaltung qualifizierte medizinischer Ausbildungsangebote weiter zu verfolgen und in Zukunft bedarfsgerecht noch auszubauen.


Epidemiologische Neuigkeiten

Influenza: neue aviäre Stämme wie InflA/H9N2, InflA/H7N4 (kaum mehr neue Fälle InflA/H7N9)
 

MERS CoV: 4.4.2019 lt. ECDC: 2.427 bestätigte F., 876 Tote [CFR 36.09%]
 

STDs: signifikante Zunahme von Krankheiten wie Syphilis und Tripper (z.T. höchstresistent – Australien) in Industrieländern; seit ca. 3 Jahren: deutliche Zunahme von Hepatitis A bei MSM
Masern: Europa 2018 ca. 60.000 Fälle, 72 Tote; Wiederauftreten in Süd-Amerika (war masernfrei) ausgehend von Venezuela (N-Brasilien >10.000 Fälle), aktuell Ausbruch in Madagaskar: bisher ca. 117.000 Fälle, ca. 1.200 Tote
 

Diphtherie: Ausbrüche v.a. in Krisenregionen (Yemen/ Dez. 2018: 2.600 Fälle gemeldet, vermutlich enorme Dunkelziffer, 144 Tote; Venezuela/ März 2019: 164 Fälle, 10 Tote)
 

Keuchhusten: Australien / März 2019: heuer bereits >1.100 Fälle (2018: 800 Fälle)
 

Malaria: nach Jahren der Abnahme nun global „Plateaubildung": während in vielen Regionen die Inzidenz weiterhin zurückgeht (Indien!) nimmt sie in anderen deutlich zu (World Malaria Report 2018: Nigeria +1.300.000 Fälle); Venezuela: 2010: 45.000 Fälle → 2017: 406.000 Fälle → 2018: 665.000 Fälle                                            
Europa: Fälle in Italien, Griechenland (2019 / Österreich: Todesfall durch Transfusionsmalaria!)
 

Dengue: weltweit bis zu 360. Mio. Fälle; 2018 auch Fälle in Europa: Frankreich (6), Spanien (3)
 

Chagas: durch Migration aus Lateinamerika schätzungsweise 80.000 Patienten in Europa
 

Tsutsugamushi-Fieber: 2018 in Thailand bis Oktober 7.455 Fälle, 4 Tote
 

West-Nil-Virus: 2018 Österreich: zumindest 19 Fälle (evtl. bis zu 24), bis Oktober 2018: USA: 1.976 Fälle, 86 Tote; Italien: 550 Fälle, 44 Tote; Griechenland: 312 Fälle, 43 Tote
 

Gelbfieber: Hotspot der jüngeren Vergangenheit war Brasilien: Ausbrüche seit 2016/17 (meist Jahresbeginn bis Frühsommer) – tausende Fälle, hunderte Tote; 18 Touristen erkrankt, 4 verstorben (aktuell wieder Zunahme; zwischenzeitlich aber schon 100.000e geimpft)
 

Cholera: Yemen (mit 29.3.2019): 1.452.674 Fälle / 2.801 Tote; Mosambik: Ende März – 14.4.2019 5.656 Fälle / 8 Tote (nach Zyklon Idai); Haiti Oktober 2010 bis 30.10.18: 850.000 Fälle / 9.775 Tote
 

Lassa-Fieber: Nigeria / 1.1.-7.4.2019: 537 bestätigte Fälle / 122 Tote
Poliomyelitis: 2018 (Stand 10.4.2019): 33 x Wildtyp-Virus (21x Afghanistan, 12x Pakistan), 104 x  Impfvirus (20x DRC, 1x Mozambique, 10x Niger, 1x Indonesien, 34x Nigeria, 26x PNG, 12x Somalia) nachgewiesen; 2019 (Stand 10.4.2019): 9 x Wildtyp-Virus (3x Afghanistan, 6x Pakistan), 4 x Impfvirus (4x Nigeria)

Die stille Pandemie (=globale Epidemie): Antibiotika-Resistenz bei unterschiedlichen Bakterienarten!
 

Presseunterlagen zum Download

 



Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 01/2019: AGBs für Arztpraxen

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit einer Thematik, über die noch nicht sehr viel nachgedacht wurde. Allgemeine Geschäftsbedingungen – oder Behandlungsbedingungen – sind in Arztpraxen keinesfalls die Norm. Dennoch stellt das steigende Anspruchsdenken innerhalb der Gesellschaft die niedergelassenen Ärzte immer öfter vor neue Herausforderungen, welche sich mit Hilfe von verschriftlichten „Regeln“ vielleicht schon im Voraus eindämmen ließen.

Termine

9. Gesundheitspolitisches Gespräch: Spitalsambulanz und Kassenärzte: Vorteile der Finanzierung aus einem Topf

Wir möchten Sie recht herzlich zum diesjährigen Gesundheitspolitischen Gespräch am Mo, 4.11.2019 von 15:00-19:00 Uhr einladen, für das wir wieder ein spannendes Thema vorbereitet haben. Es erwarten Sie drei Vorträge renommierter Experten mit anschließender Podiumsdiskussion.

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