Aus den Gesundheitssystemen

Bettenreduktion gelungen, Patient tot?!

Auch in Österreich ist die Bettenreduktion im stationären Bereich ein vielzitiertes Mantra zur erfolgreichen Reduktion der Kosten im Gesundheitswesen. Länder mit niedrigen Bettenzahlen pro Kopf werden dabei als positive Beispiele angeführt. Aber wo ist die Grenze? In Großbritannien wurde sie scheinbar überschritten, denn zurzeit stehen für den aktuellen Bedarf zu wenige Kapazitäten zur Verfügung.

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Studien zu künftigem Pflegebedarf und Finanzierung

Bis ins Jahr 2030 werden über 75.000 Pflegekräfte mehr benötigt als heute, das geht aus einer Studie der Gesundheit Österreich GmbH GÖG hervor. Mitgeliefert wurden auch gleich Vorschläge, wie diese Zahl erreicht werden kann. Das Institut für Höhere Studien IHS machte sich Gedanken über die künftige Finanzierung der Pflege.

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News aus der Ärztekammer OÖ


Cannabidiol: Rezeptfreies Multitalent?

Hilfe bei Schlafproblemen, Rheuma, Schmerzen aller Art und sogar bei Epilepsie und Schizophrenie – Cannabidiol, kurz CBD werden viele positive Wirkungen zugeschrieben. So viele, dass es fast schon zu schön ist, um wahr zu sein – oder?

CBD ist ein nicht-psychoaktiver Inhaltsstoff der Cannabis-Pflanze. Ihm werden unter anderem entzündungs- und schmerzhemmende sowie zellschützende Eigenschaften nachgesagt. In verschiedenen Quellen wird ein komplementärer Einsatz bei Stress, Burn out, Schlafstörungen, Epilepsie, speziellen Formen von Schizophrenie und weiteren Indikationen empfohlen.

Bei der Fülle an versprochenen Wirkungen ist es für Patienten schwierig, zu erkennen, welche davon wissenschaftlich haltbar sind. „Die versprochenen Effekte dieser Präparate sind in vielen Fällen noch nicht ausreichend nachgewiesen", sagt Prim. MR Dr. Margot Peters, PLL.M, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und ärztliche Leiterin des Zentrums für psychosoziale Gesundheit Sonnenpark in Bad Hall sowie Co-Referentin für Suchterkrankungen und Substitutionstherapie in der Ärztekammer für Oberösterreich, „eine generelle Empfehlung auszusprechen ist daher schwierig". So sei nichts dagegen einzuwenden, wenn etwa Patienten mit Schlafstörungen ausprobieren, ob ein paar Tropfen CBD-Öl vor dem zu Bett gehen Abhilfe schaffen können. „Bei schweren Erkrankungen wie Epilepsie oder Schizophrenie sollte allerdings immer vorher der behandelnde Arzt konsultiert werden, bevor ein zusätzliches Präparat eingenommen wird", rät Peters – vor allem weil bei CBD durchaus die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehe. „Die Gefahr dabei ist, dass die Wirkung anderer Medikamente verstärkt, abgeschwächt oder sogar ganz neutralisiert werden kann", warnt Peters.

Steigerung der Lebensqualität

Weniger umstritten ist der Einsatz von CBD in der Schmerztherapie unter ärztlicher Aufsicht, etwa bei Krebspatienten. Ziel ist dabei nicht, hochwirksame und bewährte Medikamente zu ersetzen, sondern vielmehr eine zusätzliche positive Wirkung auf die Lebensqualität der Patienten zu erzielen: „CBD lässt sich beispielsweise in der Tumorschmerztherapie mit gängigen Opioid-Präparaten kombinieren und ist dabei in den meisten Fällen gut verträglich", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Lampl, Schmerzspezialist und ärztlicher Direktor des Ordensklinikums Linz Barmherzige Schwestern. Bisherige Erfahrungen hätten unter anderem auch Verbesserungen bei depressiven Stimmungslagen, Schlafproblemen und (Krebs)therapiebedingter Übelkeit bzw. Erbrechen gezeigt. Auch bei chronisch therapieresistenten neuropathischen Schmerzen könne eine Umstellung auf CBD erwogen werden.

Linderung von Symptomen

Skeptisch sollten Patienten vor allem dann sein, wenn Heilung versprochen wird, rät die Ärztekammer für Oberösterreich. So könne CBD zwar durchaus zur Linderung von Symptomen wie Übelkeit – die mit vielen Erkrankungen einhergeht – beitragen, Behauptungen wie etwa die von einer Wirkung gegen das Wachstum von Tumoren, wie sie auf diversen Internetseiten aufgestellt werden, sollten hingegen mit Vorsicht genossen werden.

 

Rückfragen:
Mag. Ingo Till, Ärztekammer für OÖ / Projekte & Kommunikation, 
Tel.: +43 732 77 83 71-326, Mobil: +43 664 24 56 026, Mail: till@aekooe.at



Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 01/2019: AGBs für Arztpraxen

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit einer Thematik, über die noch nicht sehr viel nachgedacht wurde. Allgemeine Geschäftsbedingungen – oder Behandlungsbedingungen – sind in Arztpraxen keinesfalls die Norm. Dennoch stellt das steigende Anspruchsdenken innerhalb der Gesellschaft die niedergelassenen Ärzte immer öfter vor neue Herausforderungen, welche sich mit Hilfe von verschriftlichten „Regeln“ vielleicht schon im Voraus eindämmen ließen.

Termine

9. Gesundheitspolitisches Gespräch: Spitalsambulanz und Kassenärzte: Vorteile der Finanzierung aus einem Topf

Wir möchten Sie recht herzlich zum diesjährigen Gesundheitspolitischen Gespräch am Mo, 4.11.2019 von 15:00-19:00 Uhr einladen, für das wir wieder ein spannendes Thema vorbereitet haben. Es erwarten Sie drei Vorträge renommierter Experten mit anschließender Podiumsdiskussion.

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