Aus den Gesundheitssystemen

Bettenreduktion gelungen, Patient tot?!

Auch in Österreich ist die Bettenreduktion im stationären Bereich ein vielzitiertes Mantra zur erfolgreichen Reduktion der Kosten im Gesundheitswesen. Länder mit niedrigen Bettenzahlen pro Kopf werden dabei als positive Beispiele angeführt. Aber wo ist die Grenze? In Großbritannien wurde sie scheinbar überschritten, denn zurzeit stehen für den aktuellen Bedarf zu wenige Kapazitäten zur Verfügung.

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Studien zu künftigem Pflegebedarf und Finanzierung

Bis ins Jahr 2030 werden über 75.000 Pflegekräfte mehr benötigt als heute, das geht aus einer Studie der Gesundheit Österreich GmbH GÖG hervor. Mitgeliefert wurden auch gleich Vorschläge, wie diese Zahl erreicht werden kann. Das Institut für Höhere Studien IHS machte sich Gedanken über die künftige Finanzierung der Pflege.

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News aus der Ärztekammer OÖ


Ärzteausbildung: Oberösterreichs Ausbildung besser als der Durchschnitt, aber Luft nach oben!

Heute Mittwoch wurden die Ergebnisse der Ausbildungsevaluierung 2019 von der Österreichischen Ärztekammer im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Der bestehende Personalmangel in Österreichs Spitälern spiegelt sich auch in den Ergebnissen wieder: Der Ärztemangel und die damit einhergehende massive Arbeitsbelastung wirken sich negativ auf die Arztausbildung aus. Für Oberösterreich zeigen die Ergebnisse aber einen erfreulichen Trend – insgesamt wurde die Ausbildung nämlich für unser Bundesland signifikant besser bewertet, als im österreichischen Durchschnitt.

Die Ausbildungsevaluierung, die seit einigen Jahren im Auftrag der Bundeskurie der angestellten Ärzte durchgeführt wird, evaluiert neben der allgemeinmedizinischen auch die Basis- und Facharztausbildung.

Basisausbildung

Nach Abschluss der Ausbildung erhalten die Ärztinnen und Ärzte die Einladung zur Evaluierung. Die Basisausbildung wird dabei als Ganzes bewertet, nicht aber jede Abteilung. Bei gravierenden Unterschieden zwischen den einzelnen Abteilungen besteht für die Teilnehmer allerdings die Möglichkeit, dies in einem Freitextfeld näher auszuführen.

Allgemeinmedizinische Ausbildung

Jede Abteilung wird zeitnah nach Abschluss des Ausbildungsteils bewertet. Um eine Entwicklung beurteilen zu können, werden bei Abteilungsberichten neben der Periode 2017 bis 2019 auch die Periode zwischen den Jahren 2015 und 2016 bewertet.

Fachärztliche Ausbildung

Da die Ausbildungsstelle selten gewechselt wird, wird die Evaluierung als stichtagsbezogene Befragung jedes Jahr durchgeführt. Für die Ärzteausbildungsordnung 2006 (ÄAO 2006) ist die Evaluierung auf die Ausbildungsteile, die im Hauptfach absolviert werden, beschränkt.

Ergebnisse der Ausbildungsevaluierung 2019 für Oberösterreich

Die Gesamtbewertung ist bei der fachärztlichen Ausbildung mit 2,07 am besten. Die allgemeinmedizinische Ausbildung wurde mit 2,28 und die Basisausbildung mit 2,20 bewertet. Gerade in der fachärztlichen Ausbildung ist dabei sogar ein Aufwärtstrend gegenüber der Befragung des Vorjahres zu erkennen. Vergleicht man diese Zahlen mit den österreichischen Ergebnissen, liegt unser Bundesland in allen Bereichen deutlich über dem Österreich-Schnitt: So wurde die fachärztliche Ausbildung mit 2,30, die allgemeinmedizinische Ausbildung mit 2,45 und die Basisausbildung mit 2,37 benotet.

Erfolgsfaktoren für eine gelungene Ausbildung

Ob eine Ausbildung als gut oder schlecht bewertet wird, dafür sind laut Befragungsergebnissen neben der Umsetzung eines guten Ausbildungskonzepts, dem Bemühen des Ausbildungsverantwortlichen, der Erreichbarkeit und Unterstützung durch die Stammmannschaft und dem Kennenlernen von verschiedenen Einheiten, sowie interner und externer Fortbildungsmöglichkeiten, auch aktive Lernformen wie „bedside teaching" oder selbstständige Untersuchungsdurchführung, entscheidend. Eine gute Work-Life-Balance beeinflusst ebenfalls eine positive Gesamtbeurteilung der Ausbildung.

Handlungsbedarf bei der Basisausbildung

Die Bewertung der Basisausbildung, die in Oberösterreich die Schulnote 2,20 bekam, lag deutlich über der österreichischen Durchschnittsbewertung. Häufige Kritikpunkte der Ärzteschaft waren aber: viele Routineaufgaben und wenig aktives Lernen. Hier sieht Dr. Harald Mayer, Kurienobmann angestellte Ärzte der Ärztekammer für Oberösterreich, Handlungsbedarf: „Der bestehende Personalmangel und die damit einhergehende massive Arbeitsbelastung in Oberösterreichs Spitälern gehen zulasten der Arztausbildung. Wir brauchen endlich Dienstposten für eigene Ausbildungs-Oberärzte. Um die Ausbildungsqualität zu erhöhen, sind außerdem Änderungen in den Arbeitsabläufen notwendig, etwa Abbau von administrativen Aufgaben und Delegation von Tätigkeiten an entsprechend qualifiziertes Personal."

Fazit: Erfreuliches Ergebnis, aber Luft nach oben

Zusammenfassend ist Oberösterreich aber auf dem richtigen Weg, was die Ausbildung der Ärzte in den hiesigen Spitälern betrifft. „Es ist sehr erfreulich, dass die oberösterreichischen Ergebnisse über dem österreichischen Durchschnitt liegen. Diese verdeutlichen die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit in den oberösterreichischen Spitälern. Nun gilt es aber nicht stehen zu bleiben und sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Denn eines zeigen die Zahlen auch ganz deutlich: Es gibt einiges zu tun, gerade was die Basisausbildung und die allgemeinmedizinische Ausbildung betrifft", so Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich.



Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 01/2019: AGBs für Arztpraxen

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit einer Thematik, über die noch nicht sehr viel nachgedacht wurde. Allgemeine Geschäftsbedingungen – oder Behandlungsbedingungen – sind in Arztpraxen keinesfalls die Norm. Dennoch stellt das steigende Anspruchsdenken innerhalb der Gesellschaft die niedergelassenen Ärzte immer öfter vor neue Herausforderungen, welche sich mit Hilfe von verschriftlichten „Regeln“ vielleicht schon im Voraus eindämmen ließen.

Termine

9. Gesundheitspolitisches Gespräch: Spitalsambulanz und Kassenärzte: Vorteile der Finanzierung aus einem Topf

Wir möchten Sie recht herzlich zum diesjährigen Gesundheitspolitischen Gespräch am Mo, 4.11.2019 von 15:00-19:00 Uhr einladen, für das wir wieder ein spannendes Thema vorbereitet haben. Es erwarten Sie drei Vorträge renommierter Experten mit anschließender Podiumsdiskussion.

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