Aus den Gesundheitssystemen


Anstellung von Ärzten bei Ärzten wird möglich

 

Endlich ist es soweit: Nach langem Einsatz der Ärztekammer gab das Gesundheitsministerium nun einen Entwurf für ein neues Ärztegesetz in Begutachtung, indem die Möglichkeit zur Anstellung von Ärzten bei Ärzten vorgesehen ist. Ein Erfolg – auch für das LIG.

 

Die Eckpunkte

Ärzte, die selbstständig in einer Ordination tätig sind, dürfen künftig „zum Zwecke einer nicht nur vorübergehenden Erbringung ärztlicher Leistung" einen anderen Arzt anstellen. In einer Einzelordination darf höchstens ein weiterer Arzt auf Vollzeitbasis (40 Stunden Vollzeitäquivalent) eingestellt werden, in Gruppenpraxen maximal zwei. Die Ausbildung von PraktikantInnen im Rahmen der Lehrpraxis ist von diesem Gesetz nicht betroffen. Eine klare Abgrenzung von Ordinationen und Gruppenpraxen von Strukturen selbstständiger Ambulatorien muss allerdings weiterhin bestehen. Für Patienten soll dabei das Recht auf eine freie Arztwahl erhalten bleiben.

Mit dem Gesetz soll der Beruf des Hausarztes gestärkt werden, indem eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht wird – auch im Sinne einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Anstellung von Ärzten in Ordinationen ist ein Eckpfeiler in der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung. Das Linzer Institut für Gesundheitssystem-Forschung hat sich im Rahmen der Zeitschrift für Gesundheitspolitik bereits zu Beginn des Jahres mit dem Thema „Anstellung von Ärzten bei Ärzten" auseinandergesetzt. Rechtliche Themen wurden aufgearbeitet, eigene Überlegungen angestellt, ein Blick nach Deutschland geworfen und eine Befragung der Ärztinnen und Ärzte in Oberösterreich, inklusive Fokusgruppe, abgehalten.

Zur Ausgabe ZGP 01/2018

 

Andere Änderungen

Im Ärztegesetz sind des Weiteren Änderungen in der Ausbildung zum Notarzt, eine Regelung des ärztlichen Beistands für Sterbende und eine Anerkennung alternativer Heilverfahren vorgesehen. Näheres dazu finden Sie in den Quellenangaben.

Die Begutachtungsfrist für die Gesetzesänderung läuft bis 8. November.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in Österreich

 

Quelle

Die Presse

Oberösterreichisches Volksblatt „Ärzte können bald Ärzte anstellen" vom 11.10.2018



News aus der Ärztekammer OÖ

2. Erwachsenenschutzgesetz: Änderung des Formulars „Ärztliches Zeugnis“

Da es in der Praxis immer wieder zu Problemen und Unklarheiten rund um das „Ärztliche Zeugnis für die Eintragung einer gewählten oder gesetzlichen Erwachsenenvertretung oder des Eintritts des Vorsorgefalls einer Vorsorgevollmacht im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis“ gekommen ist, wurde dieses Formular nicht zuletzt aufgrund der Anregung durch die Ärztekammer für Oberösterreich vom zuständigen Bundesministerium geändert.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 04/2018: Krankenkassen: Je größer, desto ...?!

Die bevorstehende Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen zu einer Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK beschäftigt uns nun schon eine ganze Weile. Eine solche Infragestellung bewährter Strukturen hat es in diesem Ausmaß im Gesundheitswesen noch nicht gegeben. Trotz der umfassenden Umbrüche mangelt es leider an einer gründlichen Vorbereitung der Reformpläne. So weiß man etwa nicht wieviel diese Reform wirklich kosten bzw. einsparen wird, weil seriöse Rechnungsgrundlagen fehlen.

Termine

Auf ein Wort - Reden über Gesundheitspolitik

Am 6. Juni 2019 lädt die Ärztekammer für Oberösterreich wieder dazu ein über Gesundheitspolitik zu reden. Dieses Mal zum Thema "Anstellung von Ärzten bei Ärzten". Nach einem kurzen Inputstatement von Hon.-Prof Dr. Felix Wallner wird eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung stattfinden. Anschließend gibt es bei einem gemütlichen Fingerfood-Buffet die Gelegenheit zum informellen Austausch.

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