Aus den Gesundheitssystemen


Bedarfsplanung neu für den ambulanten Bereich?

 

Das Versorgungsstrukturgesetz 2015 beauftragt den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) mit der Erarbeitung eines neuen Konzeptes für die Bedarfsplanung im ambulanten Bereich. Die Ergebnisse eines aktuellen Gutachtens weisen auf Maximal-Anreisezeiten als wesentlichstes Kriterium für die zukünftige Planung hin.

Der demographische Wandel, Landflucht und Urbanisierung führen dazu, dass die bisherigen Regeln zur Festlegung von Arztsitzen nach der bloßen Einwohnerzahl nicht mehr funktionieren. Für die Konzipierung einer neuen Methode wurde vom GBA im ersten Schritt ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dessen erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

Danach soll in Zukunft der wichtigste Aspekt für die Festlegung von Arztsitzen die Anreisedauer der Patienten zum Arzt sein. Beim Hausarzt sollen dies künftig nicht mehr als 15 Autominuten sein. Bei Kinderärzten und Gynäkologen maximal 20 Minuten. Fachärzte für die Grundversorgung müssen in längstens 30 Minuten erreichbar sein – das betrifft niedergelassene Urologen, Augenärzte, HNO-Ärzte, Chirurgen, Hautärzte, Orthopäden, Neurologen und Psychotherapeuten. Diese Regeln sollen zumindest für 99 Prozent der Bevölkerung gelten – die anderen ein Prozent leben auf Inseln oder in sehr abgelegenen Gegenden.

Die Gutachter sprechen sich generell für eine differenziertere Planung aus. Für die vielen internistischen Disziplinen soll etwa genauer definiert werden, welche Arztgruppe welche Patienten versorgen soll. Darüber hinaus sollen Ärzte mit Kassenvertrag mehr als 20 Arztstunden für Kassenpatienten anbieten (Kassenärzte dürfen in Deutschland auch Privatpatienten behandeln). Um den vermehrten Bedarf der Patienten mit dem geringeren Ärzteangebot in Einklang bringen zu können, schlagen die Gutachter des Weiteren vor, vermehrt ärztliche Leistungen an nichtärztliche Berufe zu delegieren, Telemedizin stärker einzusetzen und Überweisungen nach Dringlichkeit zu staffeln. Medizinstudenten sollen in Zukunft außerdem zu einem früheren Zeitpunkt über ihre künftige Tätigkeit in der Versorgung entschieden.

 

Mehr Informationen aus dem Gesundheitswesen in Deutschland

 

Quelle

ÄrzteZeitung



News aus der Ärztekammer OÖ

OP- Wartezeitenbericht der SPÖ

Die SPÖ OÖ – unter Klubvorsitzendem LAbg. Christian Makor und dem SPÖ- Gesundheitssprecher LAbg. Peter Binder – hat nun zum dritten Mal in Folge die Entwicklung der OP-Wartezeiten in Oberösterreich erhoben. Entgegen der sehr kritischen Darstellung sieht hier Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser eine deutliche Verbesserung für die Patientinnen und Patienten.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 03/2018: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

 

Zwischen den bisher neun Gebietskrankenkassen gab es zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten, die ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in sich bargen. Gute Ideen und innovative Lösungen konnten voneinander abgeschaut und an regionale Bedürfnisse angepasst werden. Mit der Zusammenfassung der Gebietskrankenkassen in eine Österreichische Gesundheitskasse ÖGK droht ein starker Innovationsmotor verloren zu gehen. Bleibt hingegen ein gewisser individueller Gestaltungsspielraum der künftigen Landesservicestellen bestehen, könnten die negativen Effekte dieser Entwicklung abgefedert werden.

In dieser Ausgabe finden Sie eine ausführliche Studie, die die Bedeutung von Benchmarking in Organisationen beleuchtet und der Frage nach sinnvollen Kennzahlen in der sozialen Krankenversicherung im Allgemeinen und der ÖGK im Besonderen nachgeht. Weitere Expertenbeiträge behandeln die Vorgehensweise zur qualitativen Weiterentwicklung der Krankenversicherung in Deutschland und in anderen Ländern und stellen Thesen zum Versicherungswettbewerb in der extramuralen Versorgung auf. In der Rubrik „Auf den Standpunkt gebracht" finden Sie wie gewohnt Meinungen und Fachwissen von Menschen aus der Gesundheitspolitik und die „News aus den Gesundheitssystemen" informieren über gesundheitspolitische Entwicklungen in Europa.

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

 

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Der Primararzt im Fokus - Herausforderungen abseits der Medizin

Am Samstag, 9. Februar 2019 findet in Linz eine Konferenz zum zu.HÖREN, mit.MACHEN und fort.BILDEN statt. Nicht-medizinische Qualifikationen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger, werden im Rahmen der medizinischen Ausbildung jedoch nicht gelehrt. Die Konferenz greift die essentiellen Themen „Ethik in der ärztlichen Führung“, „Konflikte als Chance für das System“ und „Generationen wirksam führen“ auf.

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