Aus den Gesundheitssystemen


Damit die Dosis auch bei den Kleinen stimmt

 

Längst weiß man es: was Medikamente betrifft sind Kinder nicht einfach nur kleine Erwachsene. Dennoch gibt es bei vielen Wirkstoffen keine verlässlichen Dosierungsangaben für die Pädiatrie. Der Bund hat deshalb eine Kooperation unterstützt, die Empfehlungen für den sicheren Arzneimitteleinsatz bei den Kleinsten abgibt.

Leider gibt es für die Dosierung von Medikamenten bei Kindern und Neugeborenen sehr häufig keine Studiendaten, wodurch Empfehlungen für die Verabreichung fehlen. Dabei ist das ein sensibles Thema, denn wird zu wenig verabreicht, bleibt die Wirksamkeit aus und wird zu viel verabreicht, kann es zu einer Vergiftung kommen. Diese Problematik hat der Bund erkannt und das Bundesamt für Gesundheit BAG hat eine Initiative gestartet.

 

Die Kooperation

Die Leitung der Initiative obliegt dem Verein SwissPedDose, der dafür vom BAG über acht Jahre drei Millionen Franken an Finanzmitteln erhält. In dem Verein haben sich acht Schweizer Kinderkliniken, die Schweizer Gesellschaft für Pädiatrie und der Schweizerische Verein der Amts- und Spitalapotheker zusammengeschlossen. Hier werden auf einer Informationsplattform Daten gesammelt und zu Dosierempfehlungen gebündelt. Erfahrungen der Expertinnen und Experten aus den acht Schweizer Spitälern werden dabei in einem standardisierten Prozess mit aktuellen Erkenntnissen aus der pharmakologischen und medizinischen Forschung verglichen und dann harmonisiert.

 

Das Ergebnis

Als Ergebnis der Kooperation stehen bereits über 200 Dosierempfehlungen zu 60 verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung. Ärzte können diese Informationen kostenlos online abrufen. Im Kinderspital Luzern werden die Daten bereits direkt ins interne Spitalsinformationssystem eingespeist und die dortigen Kinderärzte verwenden ausschließlich diese Empfehlungen.

Künftig sollen für die weitere Optimierung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern auch niedergelassene Kinderärzte über die Dosierempfehlungen von SwissPedDose stärker informiert werden. Die Liste der Wirkstoffe soll bis 2022 außerdem auf 130 ausgeweitet werden.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in der Schweiz

 

Quellen

Neue Zürcher Zeitung

Bundesamt für Gesundheit



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