Aus den Gesundheitssystemen


EU-Gesundheitsprogramm „in a Nutshell"

 

Das EU-Gesundheitsprogramm 2014-2020 ist das dritte seiner Art. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sprach auf der Gesundheitskonferenz in Brüssel am 30. September über die Ziele, Maßnahmen und Erfolge des Programms. Interessant, weil es sich dabei um eine schöne Zusammenfassung einer sehr komplexen Thematik handelt.

 

Was?

Das Gesundheitsprogramm der EU ist eigentlich nichts anderes als ein Finanzierungsinstrument, das die Entwicklung und Umsetzung der Gesundheitspolitik unterstützt und Innovationen im Gesundheitsbereich fördert. Der EU-Gesundheitskommissar betont aber, dass es nationalen Behörden und Gesundheitsakteuren dabei hilft Bürgerinnen und Bürger durch Vorsorge, Förderung und Schutz vor Krankheit zu bewahren. Zudem werden die europäischen Referenznetzwerke unterstützt, die sich um die richtige Diagnose und Behandlung für Menschen mit seltenen Krankheiten kümmern. Kontrollen an den Einlassstellen und  die schnelle Identifikation seltener Krankheiterreger sind weitere Aufgaben. Außerdem werden in den Mitgliedsstaaten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene Gesundheitsmaßnahmen gefördert.

 

Wozu?

Die Ziele des EU-Gesundheitsprogramms 2014-2020 sind:

  1. Die Förderung von Gesundheit, Prävention von Krankheit und Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für eine gesunde Lebensweise
  2. Der Schutz vor schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen
  3. Ein Beitrag zu innovativen, effizienten und nachhaltigen Gesundheitssystemen
  4. Erleichterung des Zugangs zu besserer und sicherer Gesundheitsversorgung

Die wesentlichen Erfolge des dritten Gesundheitsprogrammes sind eine sichere Funktionsweise medizinischer Geräte über ihre gesamte Lebensdauer hinweg (z.B. Ultraschall, MRI, Katheter, Herzschrittmacher), die erfolgreiche Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Erkrankungen und die Eindämmung des Tabakkonsums.

 

Wie?

Insgesamt erhielten 7.300 Einrichtungen Förderungen zwischen 440,4 Millionen Euro durch das Gesundheitsprogramm 2014-2020. Darunter waren Behörden, Hochschulen, NGOs und internationale Organisationen. Bei 350 verschiedenen Maßnahmen trug die EU als Ko-Finanzier meist den Löwenanteil der Kosten. Die Exekutivagentur für Verbraucher, Gesundheit, Landwirtschaft und Lebensmittel ist für die Verwaltung des Programms zuständig. Außer für Einrichtungen in EU-Ländern steht das Programm auch für Maßnahmen in Bosnien und Herzegowina, Island, der Republik Moldawien, Norwegen und Serbien zur Verfügung.

 

Quo vadis?

Für das nächste EU-Gesundheitsprogramm 2021-2027 stehen für Andriukaitis besonders zwei Themen im Vordergrund: die Bekämpfung von Krebs und die Krisensicherheit der Gesundheitssysteme. Er wird sich wieder dafür stark machen, dass die Gesundheit auch im nächsten Haushalt der EU wieder eine wichtige Rolle spielen wird, denn „Gesundheit ist die Basis für alles andere, auch für Wirtschaft und Sicherheit". Chancengleichheit, Sozialschutz und Inklusion sollen daher weiter gefördert werden.

 

Quelle

Europäische Kommission

 



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