Aus den Gesundheitssystemen


Europäische Sozialversicherungs-nummer angekündigt

 

Im Arbeitsprogramm 2018 wurde von der Europäischen Kommission überraschend die Einführung einer europäischen Sozialversicherungsnummer angekündigt. Die grenzüberschreitende Kennung brächte aber nicht nur Vorteile mit sich, sondern auch viele Herausforderungen.

 

Ziele und mögliche Umsetzung

Ziel der European Social Secure Number – ESSN wäre eine europaweite, eindeutige Identifikation von Personen, um die grenzüberschreitende soziale Sicherung zu gewährleisten – etwas die Feststellung von Krankenversicherungsansprüchen. Außerdem würde der Informationsaustausch zwischen Versicherten und Trägern bzw. Trägern und Behörden erleichtert. Die Kommission hat bisher allerdings lediglich vier Szenarien vorgelegt, die mögliche Konzepte für die Umsetzung darstellen und auch miteinander kombiniert werden können:

  • Baseline-Szenario: keine Maßnahme, bisherige Probleme bleiben bestehen
  • Soft-Law-Variante: Einführung auf freiwilliger Basis durch einzelne Mitgliedsstaaten
  • Einführung einer Länderkennung, die der bestehenden nationalen Sozialversicherungsnummer z.B. als Präfix vorangestellt wird
  • Einführung einer eigenen europäischen Identifikationsnummer

 

Reaktionen

Österreich reagiert skeptisch auf diesen Vorstoß der Kommission, denn auch wenn man grundsätzlich die Ziele der Maßnahme für erstrebenswert hält, so scheint doch eine einheitliche Versicherungsnummer nur ein Teil zu deren Erreichung zu sein. Die eindeutige Identifikation einer Person ließe sich nur durch einen europäischen Anspruchsnachweis mit aktuellen Foto oder durch zusätzliche Dokumente, wie Reisepass oder Personalausweis durchführen.

Die Prüfung des aktuellen Versicherungsstatus, etwa bei einer Krankenbehandlung, könnte über eine zentrale europäische Datenbank erfolgen, müsste dann jedoch auch von den Leistungserbringern (z.B. Arztpraxen) durchgeführt werden können. Das würde erhebliche technische und datenschutzrechtliche Herausforderungen mit sich bringen. Daher wäre eine Realisierung über bereits vorhandene bzw. im Aufbau befindliche Strukturen zum europaweiten elektronischen Datenaustausch die bessere Wahl (European Exchange of Social Security Information – EESSI). Dies würde auch Kosten und Zeit sparen.

 

Letztstand

Letzten Informationen des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger zu Folge plant die Europäische Kommission aufgrund vieler Bedenken durch Mitgliedsstaaten keinen Ersatz der nationalen Sozialversicherungsnummern, will aber für grenzüberschreitende Fälle eine eindeutige und lebenslange Kennung einführen. Die Abfrage des Versicherungsstatus soll vorerst auf eine „Ja-oder-Nein-Antwort" beschränkt sein. Eine Vernetzung der nationalen Datenbanken wäre hierfür in jedem Fall erforderlich. Konkrete Pläne liegen jedoch noch nicht vor.

 

Quellen

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger - SV Newsletter 01/2018

Europäische Kommission

 



News aus der Ärztekammer OÖ

Presseaussendung: Nationalräte sollen Kritik des Rechnungshofes an der Kassenfusion ernst nehmen

Der Rechnungshof hat die Bedenken, die immer wieder von der Ärztekammer OÖ geäußert wurden, voll und ganz bestätigt. Für den Präsidenten der Ärztekammer OÖ, Dr. Peter Niedermoser, ist unverständlich, dass die Bundesregierung die Warnungen von allen Seiten nicht ernst nimmt.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 02/2018: Attraktive Sonderklasse

Die medizinische Versorgung in Österreich ist prinzipiell eine sehr Gute. Trotzdem wünschen sich immer mehr Menschen darüber hinausgehende Leistungen. Das lässt sich für den stationären Bereich an der wachsenden Quote der privat krankenversicherten Personen ablesen. Verwerflich ist daran freilich nichts, auch wenn sich ob dieser Zahlen der besorgniserregende Gedanke an eine verstärkte Zwei-Klassen-Medizin manifestieren will. Und diese Gefahr besteht auch, sofern man die privaten Gelder nicht in die richtigen Bahnen lenkt und so dafür sorgt, dass die öffentliche medizinische Versorgung auf einem High-end-Level bleibt und sich die Unterschiede zwischen den Klassen weiterhin lediglich in Komfortelementen und nichtmedizinischen Serviceleistungen finden. Der Schlüssel dafür liegt unserer Ansicht nach in der Vermeidung einer parallelen privaten Spitalsstruktur und deshalb in der Verbesserung der Sonderklasse in den öffentlichen Krankenhäusern.

In dieser Ausgabe finden Sie Beiträge, die aufzeigen, welche Maßnahmen für eine attraktive Gestaltung der Sonderklasse notwendig sind. Umfragen in der oberösterreichischen Bevölkerung und unter den Primarärztinnen und -ärzten des Landes geben Einblicke in die Bedürfnisse von Sonderklassepatientinnen und -patienten, zeigen Probleme auf und weisen auf Möglichkeiten hin. Ein weiterer Experte bearbeitet die Thematik der Sonderklasse aus der Perspektive des Marketings und stellt wirksame Instrumente zur Innovationsfindung vor. Im Auslandsbeitrag wird auf die Privatmedizin in deutschen Spitälern eingegangen. Interessantes finden Sie außerdem wie gewohnt in den Rubriken „Auf den Standpunkt gebracht" und den „News aus den Gesundheitssystemen".

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

  • Hon.-Prof. Dr. Felix Wallner - Überlegungen zur Attraktivierung der Sonderklasse
  • Mag. Katharina Wieser - Ökonomische Effekte der Privaten Krankenversicherung
  • Mag. Vasiliki Karagiannidis - Bevölkerungsbefragung: Anforderungen an die Sonderklasse in Spitälern
  • Mag. Sabine Weißengruber-Auer, Mag. Katharina Wieser -Befragung und Fokusgruppe "Attraktive Sonderklasse": Auf den Milchschaum nicht vergessen!
  • o.Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Gerhard Wührer - Zusatzleistungen in der Sonderklasse - Ansätze zu einer innovativen Gestaltung von Angeboten im Gesundheitsbereich
  • Dr. Christine Arentz - Private Zusatzversicherungen in der stationären Versorgung in Deutschland
  • Auf den StandPunkt gebracht mit einem Beitrag von Dr. Peter Eichler
  • News aus den Gesundheitssystemen

Termine

Gesundheitspolitisches Gespräch: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

Save the Date: am Mo, 12. November 2018 lädt die Ärztekammer für Oberösterreich zum 8. Mal zum Linzer Gesundheitspolitischen Gespräch ins Ars Electronica Center ein. Es erwarten Sie zwei spannende Vorträge renommierter UniversitätsprofessorInnen mit anschließender Podiumsdiskussion und ein gemütlicher Ausklang beim Fingerfood-Buffet.

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