Aus den Gesundheitssystemen


Gesetzlich bedingter Preisverfall bei Vertragsärzten

 

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland ZI zeigt enorme Unterschiede bei der Anpassung der Preiskomponente im Krankenhaus und den Vertragsärzten im Zeitraum zwischen 2013 und 2018 auf. Schuld sind laut ZI differierende Regelungen bei der jährlichen Anpassung.

Zwischen 2013 und 2018 wurde die Preiskomponente im Krankenhaus um 15,8 Prozent erhöht, bei den Vertragsärzten hingegen nur um 7,3 Prozent. Jährlich lagen die Differenzen der Anpassungen zwischen 1,1 und 1,8 Prozent. In diesen sechs Jahren wurde den Vertragsärzten also lediglich eine halb so hohe Preiserhöhung zugestanden wie den Spitälern.

Die Begründung liegt in der gesetzlichen Regelung, nach der sich der Anstieg des Basisfallwertes in den Spitälern grundsätzlich nach den Kostensteigerungen richtet. Steigen aber die beitragspflichtigen Löhne und Gehälter der Versicherten stärker, so wird dieser höhere Wert an die Spitäler weitergegeben (Meistbegünstigtenklausel). Mit dieser Vorgangsweise sollen insbesondere die Personalkosten in den Krankenhäusern abgedeckt werden, die einen Kostenanteil in der Höhe von 66 Prozent ausmachen. Der Basisfallwert in den Spitälern stieg sogar stärker als die allgemeine Lohnentwicklung.

Bei den niedergelassenen Vertragsärzten wird jährlich der Punktwert neu verhandelt. Natürlich orientieren sich diese Verhandlungen ebenfalls an den Kostensteigerungen, es besteht jedoch die Möglichkeit von Abschlägen aufgrund von Wirtschaftlichkeitsreserven. Hingegen gibt es im vertragsärztlichen Bereich keine Regelung, die in wirtschaftlich guten Zeiten Erträge der Krankenkassen an die Vertragsärzte weitergibt. Ergebnis ist, dass die Entwicklung des Orientierungswerts ein Drittel hinter der Personalkostenentwicklung zurückblieb, obwohl die Personalkosten in den Vertragsarztpraxen sogar einen höheren Anteil von 75 Prozent ausmachen.

Der Geschäftsführer des ZI, Dr. Dominik von Stillfried, hält diese Entwicklung für eine einseitige und nicht nachvollziehbare Benachteiligung von Vertragsärzten. „Wer die Niederlassung fördern will, der muss hier ansetzen", so Stillfried.

 

Weitere Informationen zum Gesundheitswesen in Deutschland

 

Quelle

Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland - ZI



News aus der Ärztekammer OÖ

Presseaussendung zur Causa AUVA: „Weiterhin hervorragende Versorgung unterstützen“

Die AUVA versorgt österreichweit jeden fünften Unfallpatienten. Aufgrund geplanter Sparmaßnahmen ist sie in Gefahr. „Diese Vorhaben sind völlig unverständlich. Die hervorragende Versorgung etwa auch durch das Linzer Unfallkrankenhaus muss aufrecht erhalten werden“, sagt Präsident Dr. Peter Niedermoser.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 03/2017: Honorarentwicklung im kassenärztlichen Bereich

In dieser Ausgabe dreht sich alles um das liebe Geld, genauer gesagt um die Honorare von Kassenärzten. Dabei geht es nicht nur um die Höhe des ärztlichen Einkommens, sondern auch um eine leistungsgerechte Verteilung über Einzelpositionen, innerhalb von Fachgruppen und auch zwischen den Fachgruppen. Darüber hinaus müssen bei den Honorarverhandlungen sowohl die Finanzsituation der Krankenkassen, die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten, als auch die Kostenentwicklung bei den Ärztinnen und Ärzten mit einbezogen werden. Es handelt sich also um eine komplexe Thematik, deren nähere Betrachtung durchwegs spannend ist.

Es erwarten Sie Einblicke in das Wesen von Honorarverhandlungen, ihren Schwächen und Stärken. Wie immer machen unsere Autoren auch Vorschläge zur positiven Weiterentwicklung und stellen innovative Modelle vor. Der „Prozess Moderne Medizin" in OÖ sorgt etwa dafür, dass neue Leistungen zeitnah in den Honorarkatalog aufgenommen werden und damit sehr rasch zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie sich das Einkommen von Kassenärzten in der Vergangenheit entwickelt hat, wie man die Kostenentwicklung in Praxen zukünftig erheben könnte und wie Arzthonorare in anderen europäischen Ländern festgelegt werden. Außerdem präsentieren wir eine Ärzteumfrage, die zeigt, wo aus Sicht der Betroffenen Defizite liegen und wie Ärzte zu möglichen Reformen stehen.

  • Preisentwicklung ausgewählter ärztlicher Leistungen (Mag. Stefan Rauchenzauner)
  • Zusammenfassung Gesundheitsökonomischer Arbeitskreis "Warenkorb - Inflation für Kassenärzte" (Mag. Katharina Wieser)
  • Überlegungen zum gerechten Kassenhonorar (Hon.-Prof. Dr. Felix Wallner)
  • Befragung zum Honorarsystem der Kassenärzte in OÖ (Mag. Katharina Wieser)
  • Prozess "Moderne Medizin" (Mag. Nick Herdega, MSc; Mag. Kerstin Garbeis)
  • Systeme zur Festlegung von Ärztehonoraren - administrative Preisbildung (Mag. Katharina Wieser)
  • Auf den StandPunkt gebracht
  • News aus den Gesundheitssystemen

Termine

Auf ein Wort – Reden über Gesundheitspolitik

Am 14. Juni lädt das LIG in die Ärztekammer für Oberösterreich ein, um im Rahmen von „Auf ein Wort“ gemeinsam über Gesundheitspolitik zu reden. Dieses Mal zum Thema „Attraktivierung der Landmedizin“

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