Aus den Gesundheitssystemen


HPV-Impfung auch für Buben

 

Bereits seit 2007 wird in Deutschland für Mädchen zwischen 9 – 14 Jahren die HPV-Impfung von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Der humane Papillomvirus gilt als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Nun wird die Impfung auch für Buben empfohlen, um die Ansteckungsgefahr weiter zu senken.

 

Impfung wird Kassenleistung

Ab Dezember 2018 soll die HPV-Impfung nun auch für Buben im Alter von 9 bis 14 Jahren von der sozialen Krankenversicherung bezahlt werden. Grundlage für diese Entscheidung ist eine Empfehlung der ständigen Impfkommission (STIKO), basierend auf dem Robert-Koch-Institut für diese Altersgruppe. Die Impfung gilt als sehr sicher und wirksam. Weltweit wurden bereits 270 Millionen HPV-Impfungen durchgeführt, ohne dass wesentliche Impfreaktionen aufgetreten sind.

 

Niedrige Impfquote

Leider ist die Durchimpfungsrate bei den Mädchen sehr gering. 2015 waren lediglich 44,6% der 17-jährigen Mädchen geimpft - und das obwohl dieser kleine Pieks vor Krebs schützt. Jährlich erkranken etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs und bei fast 100 Prozent der Tumore sind HPV-Viren beteiligt. Und auch bei Männern spielt das HPV-Virus im Zusammenhang mit Karzinomen eine Rolle: Penis- und Analkrebs sowie Krebserkrankungen des Rachens und der Mundhöhle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht. Die Impfung der Buben schützt also nicht nur die Mädchen, sondern auch die Geimpften selber. Eine von der STIKO durchgeführte mathematische Modellierung zeigte, dass sich durch die Impfung der Buben langfristig zusätzlich tausende von Krebserkrankungen vermeiden lassen.

Deutschland ist mit der gesetzlichen Übernahme der HPV-Impfung in das Leistungsspektrum der sozialen Krankenversicherung Vorreiterland.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in Deutschland

 

Quellen

The Health System and Policy Monitor HSPM

Robert Koch Institut

Gemeinsamer Bundesausschuss



News aus der Ärztekammer OÖ

OP- Wartezeitenbericht der SPÖ

Die SPÖ OÖ – unter Klubvorsitzendem LAbg. Christian Makor und dem SPÖ- Gesundheitssprecher LAbg. Peter Binder – hat nun zum dritten Mal in Folge die Entwicklung der OP-Wartezeiten in Oberösterreich erhoben. Entgegen der sehr kritischen Darstellung sieht hier Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser eine deutliche Verbesserung für die Patientinnen und Patienten.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 03/2018: Erfolgsmessung in der sozialen Krankenversicherung

 

Zwischen den bisher neun Gebietskrankenkassen gab es zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten, die ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in sich bargen. Gute Ideen und innovative Lösungen konnten voneinander abgeschaut und an regionale Bedürfnisse angepasst werden. Mit der Zusammenfassung der Gebietskrankenkassen in eine Österreichische Gesundheitskasse ÖGK droht ein starker Innovationsmotor verloren zu gehen. Bleibt hingegen ein gewisser individueller Gestaltungsspielraum der künftigen Landesservicestellen bestehen, könnten die negativen Effekte dieser Entwicklung abgefedert werden.

In dieser Ausgabe finden Sie eine ausführliche Studie, die die Bedeutung von Benchmarking in Organisationen beleuchtet und der Frage nach sinnvollen Kennzahlen in der sozialen Krankenversicherung im Allgemeinen und der ÖGK im Besonderen nachgeht. Weitere Expertenbeiträge behandeln die Vorgehensweise zur qualitativen Weiterentwicklung der Krankenversicherung in Deutschland und in anderen Ländern und stellen Thesen zum Versicherungswettbewerb in der extramuralen Versorgung auf. In der Rubrik „Auf den Standpunkt gebracht" finden Sie wie gewohnt Meinungen und Fachwissen von Menschen aus der Gesundheitspolitik und die „News aus den Gesundheitssystemen" informieren über gesundheitspolitische Entwicklungen in Europa.

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

 

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Termine

Der Primararzt im Fokus - Herausforderungen abseits der Medizin

Am Samstag, 9. Februar 2019 findet in Linz eine Konferenz zum zu.HÖREN, mit.MACHEN und fort.BILDEN statt. Nicht-medizinische Qualifikationen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger, werden im Rahmen der medizinischen Ausbildung jedoch nicht gelehrt. Die Konferenz greift die essentiellen Themen „Ethik in der ärztlichen Führung“, „Konflikte als Chance für das System“ und „Generationen wirksam führen“ auf.

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