Aus den Gesundheitssystemen


Krankenhaus stellt teure Medikamente selber her

 

Eine großzügige Spende einer Lotto-Organisation in der Höhe von 5 Millionen Euro macht es möglich: Ein Spital in Amsterdam produziert teure Medikamente in Zukunft einfach selber. So sollen nicht nur Kosten gespart, sondern auch Lieferengpässe vermieden werden.

Konkret geht es um das UMC Lehrkrankenhaus in Amsterdam. Bereits im Vorjahr geriet das Spital in einen großen Konflikt mit der Pharmaindustrie, weil es ein lizenziertes Medikament eines Unternehmens selber herstellte, nachdem dieses den Preis verfünffachte. CDCA, so der Name der Arzneispezialität, ist ein Mittel zur Behandlung einer seltenen Stoffwechselerkrankung und wurde nach der Preiserhöhung nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt.

Das größere Ziel hinter der Eigenproduktion von Medikamenten ist die Sicherstellung der Verfügbarkeit von Arzneien für seltene Erkrankungen. Außerdem will man herausfinden warum manche Medikamente so teuer sind. So sollen Probleme und Fehler im System identifiziert und behoben werden, auch wenn das zu Spannungen mit Pharmaunternehmen führen wird.

In Reaktion darauf verfassten Unternehmen der Pharmabranche, darunter MSD, Gilead und Johnson & Johnson (Bereich Janssen) - alle Mitglieder der Amerikanischen Handelskammer in den Niederlanden, einen Brief an Gesundheitsminister Bruno Bruins, worin sie ihn zu einem Umdenken auffordern. Die ausländische Pharmaindustrie befürchtet, dass die Regierung die Handelsbeziehungen aufs Spiel setzt, um niedrigere Preise zu erzwingen. Gesundheitsminister Bruins reagierte aber erst kürzlich auf eine extreme Preiserhöhung durch das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis, im Falle eines Medikamentes zur Behandlung einer seltenen Krebserkrankung, sehr ärgerlich und bezeichnete die Maßnahme als unerhört. Das Niederländische Institut für Gesundheitsversorgung „Zorginstituut Nederland" hat darüber hinaus Versicherern dazu geraten für teure Medikamente nicht mehr zu zahlen, solange die Pharmaunternehmen sich weigern die Gründe für die hohen Preise zu erklären.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in den Niederlanden

 

Quelle

DutchNews.nl



News aus der Ärztekammer OÖ

2. Erwachsenenschutzgesetz: Änderung des Formulars „Ärztliches Zeugnis“

Da es in der Praxis immer wieder zu Problemen und Unklarheiten rund um das „Ärztliche Zeugnis für die Eintragung einer gewählten oder gesetzlichen Erwachsenenvertretung oder des Eintritts des Vorsorgefalls einer Vorsorgevollmacht im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis“ gekommen ist, wurde dieses Formular nicht zuletzt aufgrund der Anregung durch die Ärztekammer für Oberösterreich vom zuständigen Bundesministerium geändert.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

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Termine

Auf ein Wort - Reden über Gesundheitspolitik

Am 6. Juni 2019 lädt die Ärztekammer für Oberösterreich wieder dazu ein über Gesundheitspolitik zu reden. Dieses Mal zum Thema "Anstellung von Ärzten bei Ärzten". Nach einem kurzen Inputstatement von Hon.-Prof Dr. Felix Wallner wird eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung stattfinden. Anschließend gibt es bei einem gemütlichen Fingerfood-Buffet die Gelegenheit zum informellen Austausch.

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