Aus den Gesundheitssystemen


Längere Öffnungszeiten für Kassenärzte

 

Ein neuer Gesetzesentwurf soll den langen Wartezeiten bei Arztterminen den Kampf ansagen. Zwar beinhaltet dieses Gesetz auch Zusagen gegenüber der Ärzteschaft und Verbesserungen für Patienten in Bezug auf Kassenleistungen, jedoch bringt es auch drastische Einschnitte in das Arbeitsleben von Kassenärztinnen mit sich.

 

Längere Öffnungszeiten

Der Entwurf für das neue Gesetz stammt von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Kernpunkt darin: Um die Wartezeiten für Kassenpatientinnen zu reduzieren sollen Kassenärzte künftig, statt bisher mindestens 20 Stunden, mindestens 25 Stunden pro Woche an Sprechzeit für Kassenpatienten zur Verfügung stellen. Für Hausärzte, Kinderärztinnen, Augenärzte, HNO-Ärztinnen und Gynäkologen soll außerdem gelten: Mindestens 5 Stunden die Woche müssen für offene Sprechstunden zur Verfügung stehen – also für Patientenkontakte ohne Termin. Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, bezeichnet das Gesetz als „Angriff auf den freien Beruf".

 

„Zuckerl" für Ärzte

Als weitere Maßnahme zur Reduktion der Wartezeiten sollen unter der bundesweit einheitlichen Notdienstnummer 116117 Terminservicestellen rund um die Uhr erreichbar sein. Für die Behandlung eines neuen Patienten, der durch die Terminservicestelle vermittelt wurde, soll es für den Arzt eine extrabudgetäre Vergütung oder einen Zuschlag geben. Und auch für die Vermittlung von Facharztterminen und für die Erbringung von Leistungen in einer offenen Sprechstunde soll es zusätzliche Vergütungen für die Ärztinnen geben. Spahn meint dazu „Dann lohnt es sich für Ärzte auch, Patienten zeitnah einen Termin zu geben."

Was das Gesetz sonst noch bringt:

  • Ab 2021 müssen Krankenkassen für Versicherte eine elektronische Patientenakte anbieten.
  • Für Landärzte sollen regionale Zuschläge obligatorische gezahlt werden.
  • In Regionen mit Ärztemangel sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen eigene Praxen eröffnen oder andere Versorgungsalternativen anbieten.
  • Menschen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko sollen eine prophylaktische Behandlung auf Kassenkosten erhalten.
  • Künstliche Befruchtungen werden unter bestimmten Umständen von den Kassen übernommen.
  • Patienten können Impfstoffe aller Hersteller nutzen.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in Deutschland

 

Quelle

Zeit online



News aus der Ärztekammer OÖ

Heuschnupfen-Alarm: Allergie früh abklären lassen

Niesen, juckende Augen und eine laufende Nase: Allergiker kennen diese Symptome nur zu gut – dahinter stecken die ersten Pollen. Früher als sonst fliegen diese bereits, denn ist die 10-Grad-Marke geknackt beginnen Hasel und Erle zu blühen. Fast jeder 5. leidet somit bereits unter Pollenflug. Ärzte raten dazu, eine Allergie unbedingt abklären zu lassen. Tut man das nicht, könnte im schlimmsten Fall Asthma drohen.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 04/2018: Krankenkassen: Je größer, desto ...?!

Die bevorstehende Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen zu einer Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK beschäftigt uns nun schon eine ganze Weile. Eine solche Infragestellung bewährter Strukturen hat es in diesem Ausmaß im Gesundheitswesen noch nicht gegeben. Trotz der umfassenden Umbrüche mangelt es leider an einer gründlichen Vorbereitung der Reformpläne. So weiß man etwa nicht wieviel diese Reform wirklich kosten bzw. einsparen wird, weil seriöse Rechnungsgrundlagen fehlen.

Auch in dieser Ausgabe stellen wir Ihnen wieder eine etwas ausführlichere Studie zur Verfügung, die zeigt, dass in Folge der Zentralisierung der Kassen neben qualitativen Einbußen auch mit negativen regionalwirtschaftlichen Effekten zu rechnen ist. Darüber hinaus werden die prognostizierten Einsparungspotenziale stark in Zweifel gezogen. Ein weiterer Beitrag des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der AOK Bayern stellt die Erfahrungen mit den Kassenfusionen in Deutschland dar und berichtet darüber, dass dort die erwarteten positiven Effekte in Form von Verwaltungskosteneinsparungen ausgeblieben sind. Die österreichische Reform bewertet der Autor auch deshalb kritisch. In der Rubrik „Auf den Standpunkt gebracht" finden Sie dieses Mal Expertenmeinungen von Vertretern der Landespolitik, der Sozialversicherung und der Ärztekammer. Neues aus Europa wartet wie immer in den „News aus den Gesundheitssystemen" auf Sie.

Wir wünschen viele anregende Momente beim Lesen!

 

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Termine

Der Primararzt im Fokus - Herausforderungen abseits der Medizin

Am Samstag, 9. Februar 2019 findet in Linz eine Konferenz zum zu.HÖREN, mit.MACHEN und fort.BILDEN statt. Nicht-medizinische Qualifikationen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger, werden im Rahmen der medizinischen Ausbildung jedoch nicht gelehrt. Die Konferenz greift die essentiellen Themen „Ethik in der ärztlichen Führung“, „Konflikte als Chance für das System“ und „Generationen wirksam führen“ auf.

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