Aus den Gesundheitssystemen


Monetäre Anreize für erfolgreiche Depressionsbehandlungen

 

Die Regierung unterstützt ein System des Versicherungsträgers Menzis, das künftig Leistungserbringer belohnen soll, wenn diese bessere Erfolge bei der Behandlung von Menschen mit leichten Depressionen erzielen.

 

Das Modell

Bei Herz- und Knieoperationen gibt es ein solches Belohnungssystem bereits. Jetzt sollen auch bei der Behandlung von leichten, nicht chronischen Depressionen, deren Behandlung unter einem Jahr dauert, Outcomes gemessen werden. Der Antrag dafür wurde diesen Sommer vom Versicherungsunternehmen Menzis, einem der größten Versicherungsunternehmen mit einem Marktanteil von 15 Prozent, beim Gesundheitsministerium eingebracht, wo es auf offene Ohren stieß. Denn bei der Gesundheitsversorgung sollte es nicht um die Kosten, sondern um die Ergebnisse gehen, sagt Paul Blokhuis vom Gesundheitsministerium. 35.000 Versicherte von Menzis werden jährlich medikamentös oder mittels Psychotherapie wegen Depressionen behandelt.

 

Kritik und Beruhigung

Psychiater und Patientenorganisationen zogen die Wirksamkeit des Vorhabens hingegen in Zweifel, denn sie stellten sich die Frage, wie die Erfolge der Behandlungen von den Leistungserbringern überhaupt gemessen werden können. Dies sei äußerst schwierig. Die Oppositionspartei GroenLinks äußerte außerdem die Besorgnis darüber, dass das Modell finanzielle Anreize zum Selektieren von Patienten liefern könnte und Psychiater unter Druck geraten könnten, Behandlungen frühzeitig abzubrechen. Denn künftig soll nicht für die Anzahl der Sitzungen bezahlt werden, sondern auf Basis der Erfolge.

Blokhuis ist hingegen von den Vorteilen für Patienten überzeugt und beruhigt: eine Klinik würde für jede Behandlung den normalen Tarif erhalten, plus einen Bonus bei besseren Erfolgen. Allerdings nicht für einzelne Patienten, sondern für ganze Patientengruppen. Darüber hinaus würden nur Parameter an den Versicherer gemeldet, die für den Patienten wichtig sind: weniger Symptome, Verbesserungen der Lebensqualität, Patientenzufriedenheit, Wartezeiten und Nachhaltigkeit der Symptomverbesserungen.

Die Unterstützung der Regierung bei diesem Vorhaben ist für den Versicherer Menzis zwar nicht unbedingt notwendig, aber es wird dabei helfen Zweifel auszuräumen und Leistungserbringer dazu motivieren an dem Programm teilzunehmen. 20 psychiatrische Einheiten haben sich bereits in das Projekt eingetragen.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in den Niederlanden

 

Quelle

DutchNews.nl

DutchNews.nl



News aus der Ärztekammer OÖ

Terminservicestelle zur Verbesserung der Wartezeiten

Wie angekündigt wird die Ärztekammer OÖ eine Terminservicestelle zur Verbesserung der Wartezeiten bei Fachärzten im niedergelassenen Bereich einrichten. Das Ärztliche Qualitätszentrum wurde mit der Errichtung und Betreuung dieses Projekts beauftragt. Ansprechpartnerin dazu ist Claudia Wimmer. Die Vorbereitungen für die Einrichtung wurden bereits getroffen. Über den Start der Terminservicestelle, der für das 1. Halbjahr 2019 geplant ist, werden wir Sie zeitgerecht im Detail informieren. Nach einem Testzeitraum von zirka einem Monat werden anschließend die Patientinnen und Patienten informiert.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 04/2018: Krankenkassen: Je größer, desto ...?!

Die bevorstehende Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen zu einer Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK beschäftigt uns nun schon eine ganze Weile. Eine solche Infragestellung bewährter Strukturen hat es in diesem Ausmaß im Gesundheitswesen noch nicht gegeben. Trotz der umfassenden Umbrüche mangelt es leider an einer gründlichen Vorbereitung der Reformpläne. So weiß man etwa nicht wieviel diese Reform wirklich kosten bzw. einsparen wird, weil seriöse Rechnungsgrundlagen fehlen.

Auch in dieser Ausgabe stellen wir Ihnen wieder eine etwas ausführlichere Studie zur Verfügung, die zeigt, dass in Folge der Zentralisierung der Kassen neben qualitativen Einbußen auch mit negativen regionalwirtschaftlichen Effekten zu rechnen ist. Darüber hinaus werden die prognostizierten Einsparungspotenziale stark in Zweifel gezogen. Ein weiterer Beitrag des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der AOK Bayern stellt die Erfahrungen mit den Kassenfusionen in Deutschland dar und berichtet darüber, dass dort die erwarteten positiven Effekte in Form von Verwaltungskosteneinsparungen ausgeblieben sind. Die österreichische Reform bewertet der Autor auch deshalb kritisch. In der Rubrik „Auf den Standpunkt gebracht" finden Sie dieses Mal Expertenmeinungen von Vertretern der Landespolitik, der Sozialversicherung und der Ärztekammer. Neues aus Europa wartet wie immer in den „News aus den Gesundheitssystemen" auf Sie.

Wir wünschen viele anregende Momente beim Lesen!

 

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Termine

Der Primararzt im Fokus - Herausforderungen abseits der Medizin

Am Samstag, 9. Februar 2019 findet in Linz eine Konferenz zum zu.HÖREN, mit.MACHEN und fort.BILDEN statt. Nicht-medizinische Qualifikationen werden im Arbeitsalltag immer wichtiger, werden im Rahmen der medizinischen Ausbildung jedoch nicht gelehrt. Die Konferenz greift die essentiellen Themen „Ethik in der ärztlichen Führung“, „Konflikte als Chance für das System“ und „Generationen wirksam führen“ auf.

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