Aus den Gesundheitssystemen


Neuauflage von „Health at a Glance: Europe"

 

2016 wurde der Bericht zum Gesundheitszustand innerhalb der EU gemeinsam von der OECD und der Europäischen Kommission das erste Mal herausgegeben. Nun wurde im November 2018 die zweite Auflage des Zyklus veröffentlicht. Fazit: Das Papier hat einen realen Nutzen für die Mitgliedsstaaten.

 

Politischer Mehrwert

Die neue Generaldirektorin für Gesundheit und  Lebensmittelsicherheit in der Europäische Kommission Anne Bucher betont, dass die Informationen des Berichts „Health at a Glance: Europe" für die Politiker der Mitgliedstaaten eine wichtige Informationsquelle für Entscheidungen darstellen. Das Format, die Länderprofile sowie der Begleitbericht sollen alle zwei Jahre erscheinen. Auch die erste Serie freiwilliger Austausche über politische Maßnahmen zeigte Erfolg. Unter anderen profitierte auch Österreich von der Möglichkeit aktuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten mit Sachverständigen der Kommission, der OECD und des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik diskutieren zu können. Die Fakten des Berichts im Abschnitt „Gesundheitszustand in der EU" liefern politischen Entscheidungsträgern der Länder eine gute Grundlage, um das Gesundheitssystem fairer, erschwinglicher, schneller erreichbar und wirkungsvoller zu gestalten.

 

Wichtigste Themenfelder

Ein zentrales Thema des Berichts sind ineffiziente Ausgaben im Gesundheitssystem, die in manchen Mitgliedsstaaten bis zu 20 Prozent ausmachen. Als Beispiel werden etwa vermeidbare stationäre Aufnahmen gebracht, die in Österreich 4,8 Prozent aller Spitalsaufenthalte betragen. Österreich liegt hier im Schnitt zwar unter dem EU25-Durchschnitt (5,5%), weist in diesem Bereich aber aufgrund der hohen Spitalslastigkeit ein überdurchschnittliches Einsparungspotential auf. Als Gegenstrategien werden etwa der Ausbau der Primärversorgung und der Tagesklinik genannt. Frei werdende Gelder aufgrund von Vermeidung solcher Ineffizienzen könnten Finanzierungsprobleme in anderen Bereichen lösen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Berichts ist die psychische Gesundheit. Jeder sechste EU-Bürger ist bereits von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen, was allerdings oft übersehen wird. Dabei machen die Folgekosten dieser Problematik ganze 4 Prozent des BIPs aus.

 

Länderberichte

Im Laufe des Jahres 2019 werden die Länderprofile der EU-Mitgliedsstaaten (inkl. Island und Norwegen) erstellt. Die Daten von „Health at a Glance: Europe" werden hier länderweise analysiert und textlich kommentiert. Ein weiterer Bericht wird ergänzend dazu bereichsübergreifende politische Hebel und den Mehrwert von Maßnahmen auf EU-Ebene behandeln.

 

Quelle

Europäische Kommission

Health at a Glance 2018



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