Aus den Gesundheitssystemen


Was Ärztinnen im Wege steht

 

Eine aktuelle Ärztekammer-Umfrage zum Thema „Frauen in der Medizin" zeigt, welche Punkte es Frauen im Berufsalltag schwer machen. Das größte Thema ist wenig überraschend die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aber auch die Genderthematik spielt nach wie vor eine zentrale Rolle.

 

Kinderbetreuung und mangelnde Ausbildung

Bei einer Online-Befragung wurden 2.497 Ärztinnen darüber befragt, welche Hindernisse ihnen im Job begegnen. 61 Prozent der Befragten geben an, dass die Kinderbetreuung eine zentrale Schwierigkeit in der Karriere darstellt. Nur 6 Prozent der befragten Ärztinnen bewerten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit „Sehr gut", während 20 Prozent mit „überhaupt nicht gut" urteilen. Zwei Drittel der Befragten sehen die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen als ein größeres Problem an als für ihre männlichen Kollegen. Bei 67 Prozent der Ärztinnen ist die Mutter die Hauptbetreuungsperson der Kinder. Überdies wird die Unterstützung der Vereinbarkeit durch den Arbeitgeber als eher mittelmäßig gesehen.

 

Genderfrage nach wie vor präsent

Von den befragten Medizinerinnen geben 31 Prozent an, dass interessante Jobs vorzugsweise an Männer vergeben werden und 30 Prozent der Frauen sagen, dass ihnen als Frauen weniger zugetraut wird. Zwei Drittel meinen sogar, dass Männer in ihrer Karrierelaufbahn mehr Unterstützung finden als Frauen.

 

Wunschfach bleibt oft Wunsch

Ein Drittel der befragten Ärztinnen gab an, dass sie in einem Fachbereich tätig sind, der eigentlich nicht geplant war. Bei den niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen beträgt dieser Anteil sogar 53 Prozent, während 85 Prozent der niedergelassenen Fachärztinnen in ihrem Wunschfach tätig sind. Hauptgrund für eine andere Fächerwahl ist das Thema Familienplanung und Kinderbetreuung. Aber auch zu wenig Förderung durch Vorgesetzte und die bevorzugte Stellenvergabe an Männer sind Gründe. Und auch der Zufall spielt natürlich eine große Rolle bei der Fächerwahl.

 

Kritik an Ausbildung

37 Prozent der Medizinerinnen fühlen sich in ihrem beruflichen Fortkommen seitens der Vorgesetzten nicht ausreichend unterstützt und 32 Prozent meinen, der Turnus würde im Allgemeinen relevante Wissensbereiche und Tätigkeiten zu wenig fördern. Nur 12 Prozent waren der Auffassung, dass im Turnus/der Assistenzarztausbildung beruflich relevante Fähigkeiten gelernt werden, während 24 Prozent meinen es würde sich hauptsächlich um systemerhaltende Routinetätigkeiten drehen.

 

Weitere Informationen zum Gesundheitswesen in Österreich

 

Quelle

medinlive

 



News aus der Ärztekammer OÖ

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In der vergangenen Woche wurde der bundeseinheitliche Primärversorgungs-Gesamtvertrag zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger, der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte der Österreichischen Ärztekammer für sich und die Kurienversammlungen der niedergelassenen Länderärztekammern in den Verhandlungen fertiggestellt, wobei dieser Gesamtvertrag nun noch von den jeweiligen Gremien beschlossen werden muss.

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