Aus den Gesundheitssystemen

Anstellung von Ärzten bei Ärzten wird möglich

Endlich ist es soweit: Nach langem Einsatz der Ärztekammer gab das Gesundheitsministerium nun einen Entwurf für ein neues Ärztegesetz in Begutachtung, indem die Möglichkeit zur Anstellung von Ärzten bei Ärzten vorgesehen ist. Ein Erfolg – auch für das LIG.

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Wer zahlt die Leistungsverschiebung?

Analog zur Schweiz hat nun auch die Liechtensteiner Regierung einen Katalog von vorerst sechs Leistungen beschlossen, die in Zukunft ambulant erbracht werden müssen. Anderenfalls werden die Krankenkassen nicht mehr dafür aufkommen. Aber auch in Liechtenstein gibt es keine Finanzierung aus einer Hand, wodurch diese Leistungsverschiebungen zwar insgesamt Einsparungen bringen, für die Versicherten jedoch sogar Beitragssteigerungen befürchtet werden.

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Monetäre Anreize für erfolgreiche Depressionsbehandlungen

Die Regierung unterstützt ein System des Versicherungsträgers Menzis, das künftig Leistungserbringer belohnen soll, wenn diese bessere Erfolge bei der Behandlung von Menschen mit leichten Depressionen erzielen.

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Neustrukturierung der Rettungskräfte angedacht

Stark steigende Kosten und falsche Anreize bei den Rettungseinsätzen bewegen die Deutschen dazu die Organisation in diesem Bereich des Gesundheitswesens neu zu überdenken. Menschen wählen schon bei geringen Anlassfällen die Notrufnummer und die Krankenkassen sind reine Zahler ohne Mitbestimmungsrecht.

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Private Versorgung mit Sachleistungsprinzip

Im stationären Bereich gibt es das Sachleistungssystem mit Direktverrechnung für Privatversicherte schon lange. Jetzt werden erste Vorstöße Seitens großer privater Krankenversicherungen unternommen, diesen Service auch für den niedergelassenen Bereich, also beim Wahlarztbesuch, anzubieten.

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News aus der Ärztekammer OÖ

Presseaussendung: Nationalräte sollen Kritik des Rechnungshofes an der Kassenfusion ernst nehmen

Der Rechnungshof hat die Bedenken, die immer wieder von der Ärztekammer OÖ geäußert wurden, voll und ganz bestätigt. Für den Präsidenten der Ärztekammer OÖ, Dr. Peter Niedermoser, ist unverständlich, dass die Bundesregierung die Warnungen von allen Seiten nicht ernst nimmt.

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Zeitschrift für Gesundheitspolitik

ZGP 02/2018: Attraktive Sonderklasse

Die medizinische Versorgung in Österreich ist prinzipiell eine sehr Gute. Trotzdem wünschen sich immer mehr Menschen darüber hinausgehende Leistungen. Das lässt sich für den stationären Bereich an der wachsenden Quote der privat krankenversicherten Personen ablesen. Verwerflich ist daran freilich nichts, auch wenn sich ob dieser Zahlen der besorgniserregende Gedanke an eine verstärkte Zwei-Klassen-Medizin manifestieren will. Und diese Gefahr besteht auch, sofern man die privaten Gelder nicht in die richtigen Bahnen lenkt und so dafür sorgt, dass die öffentliche medizinische Versorgung auf einem High-end-Level bleibt und sich die Unterschiede zwischen den Klassen weiterhin lediglich in Komfortelementen und nichtmedizinischen Serviceleistungen finden. Der Schlüssel dafür liegt unserer Ansicht nach in der Vermeidung einer parallelen privaten Spitalsstruktur und deshalb in der Verbesserung der Sonderklasse in den öffentlichen Krankenhäusern.

In dieser Ausgabe finden Sie Beiträge, die aufzeigen, welche Maßnahmen für eine attraktive Gestaltung der Sonderklasse notwendig sind. Umfragen in der oberösterreichischen Bevölkerung und unter den Primarärztinnen und -ärzten des Landes geben Einblicke in die Bedürfnisse von Sonderklassepatientinnen und -patienten, zeigen Probleme auf und weisen auf Möglichkeiten hin. Ein weiterer Experte bearbeitet die Thematik der Sonderklasse aus der Perspektive des Marketings und stellt wirksame Instrumente zur Innovationsfindung vor. Im Auslandsbeitrag wird auf die Privatmedizin in deutschen Spitälern eingegangen. Interessantes finden Sie außerdem wie gewohnt in den Rubriken „Auf den Standpunkt gebracht" und den „News aus den Gesundheitssystemen".

Wir wünschen Ihnen wie immer viele anregende Momente beim Lesen!

  • Hon.-Prof. Dr. Felix Wallner - Überlegungen zur Attraktivierung der Sonderklasse
  • Mag. Katharina Wieser - Ökonomische Effekte der Privaten Krankenversicherung
  • Mag. Vasiliki Karagiannidis - Bevölkerungsbefragung: Anforderungen an die Sonderklasse in Spitälern
  • Mag. Sabine Weißengruber-Auer, Mag. Katharina Wieser -Befragung und Fokusgruppe "Attraktive Sonderklasse": Auf den Milchschaum nicht vergessen!
  • o.Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Gerhard Wührer - Zusatzleistungen in der Sonderklasse - Ansätze zu einer innovativen Gestaltung von Angeboten im Gesundheitsbereich
  • Dr. Christine Arentz - Private Zusatzversicherungen in der stationären Versorgung in Deutschland
  • Auf den StandPunkt gebracht mit einem Beitrag von Dr. Peter Eichler
  • News aus den Gesundheitssystemen

Termine


Auf ein Wort – Reden über Gesundheitspolitik

Attraktivierung der Landmedizin

 

Am 14. Juni lud die Ärztekammer für Oberösterreich dazu ein im Rahmen der Veranstaltung „Auf ein Wort" gemeinsam über die Attraktivierung der Landmedizin zu reden. Einstimmende Input-Statements, ein hochkarätig besetzte Podium und eine rege Publikumsbeteiligung waren die erfolgreichen Zutaten der Veranstaltung.

In Oberösterreich wurde und wird viel für die Neugestaltung des Berufs Hausarzt getan. Möglich ist das durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Systempartner in Oberösterreich. Etwa der neu gestaltete Hausärztenotdienst HÄND ist eines der gelungenen Projekte dieser fruchtbaren Zusammenarbeit und auch die gemeinsame Finanzierung der Lehrpraxis. Nichtsdestotrotz muss noch viel getan werden, um  den Beruf des Hausarztes wieder interessanter zu machen „Es braucht wieder ein positives Bild der Allgemeinmedizin, damit junge Menschen diesen Beruf auch ergreifen", betonte etwa Gesundheitslandesrätin Mag. Christine Haberlander. Albert Maringer, Obmann der OÖGKK, wies zwar darauf hin, dass es in Oberösterreich für niedergelassene Allgemeinmediziner Spitzentarife gebe, räumte jedoch ein, dass es immer schwerer werde Stellen nachzubesetzen. „Es handelt sich dabei nicht nur um eine Geldfrage, sondern es braucht geänderte Strukturen, um den Bedürfnissen der jungen Generation entgegenzukommen", so der Vertreter der Sozialversicherung. Bürgermeister Peter Oberlehner, Vizepräsident des oberösterreichischen Gemeindebundes meinte, dass es für eine positive Weiterentwicklung einer noch besseren Zusammenarbeit auf allen Ebenen bedürfe: „Obwohl ich mir sicher bin, dass alle Player versuchen in ihrem Bereich einen guten Job zu machen, braucht es öfter ein Zurücknehmen der Egoismen und ein Nachgeben zum Wohle des Ganzen."

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Podium (v.l.): Bgm. Peter Oberlehner, Vizepräsident OÖ Gemeindebund; Albert Maringer, Obmann der OÖGKK; OMR Dr. Thomas Fiedler, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte; Landesrätin Mag. Christine Haberlander, Land OÖ; MR Dr. Wolfgang Ziegler, Kurienobmann-Stv. niedergelassene Ärzte; MR. Dr. Silvester Hutgrabner, Kurienobmann-Stv. niedergelassene Ärzte;

Hausapotheke erhalten

Einer der großen Themenbereiche der Veranstaltung waren die Regelungen zur Hausapotheke. Schon bei seinem Input-Statement machte MR Dr. Silvester Hutgrabner, Referent für Hausapotheken und Stv.-Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte darauf aufmerksam, dass eine Hausapotheke durchaus zur Attraktivitätssteigerung von Hausarztstellen beitrage und daher in Zusammenarbeit mit der Apothekerkammer dringend an einer Änderung des derzeitigen Apothekengesetzes gearbeitet werden müsse. „Die jungen Hausärzte brauchen bei der Übernahme einer Praxis Rechtssicherheit und Planungssicherheit in Bezug auf die Hausapotheke, was vor allem in Zwei-Arzt-Gemeinden derzeit nicht der Fall ist. Daher sind diese Stellen auch so sehr schwer zu besetzen", so Hutgrabner. Betroffene Bürgermeister aus dem Publikum äußerten sich im Rahmen der Diskussion zustimmend: „Der Hausarzt soll eine Garantie für die Hausapotheke erhalten, das ist ein wesentlicher Faktor, um die Versorgung in den ländlichen Gemeinden zu sichern", so der O-Ton. Dabei wurden auch sonstige Unterstützungsmaßnahmen der Gemeinden genannt - von der kostenlosen Ordinationsausstattung bis hin zu mehrmonatigen Mietbefreiungen. Jedoch sei die Sicherstellung der Arztnachfolge keineswegs Aufgabe der Gemeinden: „Es kann nicht sein, dass der Bestbieter unter den Gemeinden den Zuschlag für den Arzt bekommt, diese Verantwortung darf nicht abgewälzt werden", merkte ein Bürgermeister an.

Ausbildung, Einkommen, Tätigkeit

MR Dr. Wolfgang Ziegler, Stv.-Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Hausarzt in Kremsmünster, erklärte in seinem Input-Statement warum junge Ärzte heute zu wenig auf den Hausarztberuf vorbereitet sind: „Die Ausbildung umfasst im Turnus weniger Stunden als früher, ist mehr bürokratiebeladen und bietet keine fachlichen Grundlagen zur Unternehmensführung." Es brauche daher in der Ausbildung auch wirtschaftliche Fächer und die Umsetzung des Facharztes für Allgemeinmedizin. Darüber hinaus müssten Bürokratie abgebaut und verschiedene Zusammenarbeitsformen, wie die Anstellung von Ärzten bei Ärzten, ermöglicht werden. „Es braucht ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um die Attraktivität der Allgemeinmedizin zu steigern – und zwar schon heute", betonte Ziegler.

Der Allgemeinmediziner und Bezirksärztevertreter aus Vöcklabruck, Dr. Dominik Stockinger, hielt fest, dass sich die zahlreichen Arbeitsstunden nicht immer im Entgelt niederschlagen. Bürgermeister Wolfgang Schirz aus St. Martin im Mühlkreis plädierte in diesem Zusammenhang für ein Ende der Neidgesellschaft: „Wer viel leistet, soll auch gut verdienen." Die junge Allgemeinmedizinern Dr. Maria Sophie Stockinger übte hingegen vor allem Kritik am Arbeitsspektrum eines Hausarztes. Sie selber wolle nicht als Gesundheitsmanagerin arbeiten und ihren Arbeitstag z.B. mit Raucherberatungen zubringen, sondern mehr medizinisch tätig sein. Sie könne nicht verstehen, warum beratende Tätigkeiten nicht an geschultes Personal delegiert werden dürften. Dafür müssten aus ihrer Sicht auch Laborleistungen und Ultraschalluntersuchungen vom Hausarzt angeboten werden können. Die Ärztin sprach sich außerdem für die Stärkung der laienmedizinischen Kompetenz in den Schulen aus.

Kein Zentralismus

Die aktuellen Geschehnisse zur Zusammenlegung der Kassen waren ebenfalls ein Diskussionspunkt. Albert Maringer sah darin eine negative Entwicklung, da sich Probleme seiner Meinung nach besser dezentral lösen ließen: „Dafür braucht es eine gute Vertrauensbasis zwischen den Akteuren und die haben wir in Oberösterreich." LAbg. Mag. Haberlander meinte, dass man durchaus versuchen werde Kräfte zu bündeln und oberösterreichische Lösungen nach Wien zu tragen, jedoch müsse man die Bundesverfassung respektieren und dürfe keine Versprechungen machen, wenn die Kompetenz nicht hier im Land liege. Präsident Dr. Niedermoser zeigte sich davon überzeugt, dass man in Oberösterreich weiterhin Lösungen entwickeln werde, die aufgrund ihrer Vorzeigerolle auf Bundesebene übernommen werden würden. OMR Dr. Thomas Fiedler, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, der die Moderation der Veranstaltung übernahm, schloss mit drei Botschaften an die politisch Verantwortlichen: mit Motivation an die Sache herangehen, Wertschätzung schaffen und unternehmerische Sicherheit geben.