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Leistungssperre auf Versicherungskarte

 

Die Ausstände bei den Prämien zur Krankenversicherung wachsen in Liechtenstein stetig an. Ein Grund dafür sind die mangelhaften Optionen der Versicherungen, Konsequenzen zu ziehen. Um säumigen Versicherten künftig die Rute ins Fenster zu stellen, soll es ab heuer einen einschlägigen Eintrag auf der Versichertenkarte geben.

Ausstände und Konsequenzen

Ein Betrag von 4 Millionen Franken an Versicherungsbeiträgen ist derzeit bei den Krankenkassen ausständig. Ein neues Gesetz sorgt seit Anfang 2017 jedoch dafür, dass die Versicherungen Maßnahmen ergreifen können. Nach nur zwei Mahnungen kann demnach den säumigen Versicherten bereits eine Verfügung zugestellt werden, woraufhin dann eine Leistungssperre verhängt wird. Parallel wird ein Betreibungsverfahren eingeleitet. Die Krankenkasse übernimmt ab diesem Zeitpunkt nur noch Notfallbehandlungen.

Das Problem der Ärzte und Spitäler war bisher, dass für sie in keiner Weise erkennbar war, wenn jemand einer Leistungssperre unterlag. Folglich blieben sie auf den Kosten sitzen. Ende 2017 betraf die Leistungssperre etwa 170 Personen.

eHealth nötig

In der Schweiz hat man zur Lösung dieses Problems in manchen Kantonen schwarze Listen geführt, in Liechtenstein soll künftig der Versicherungsstatus über die Versicherungskarte abgefragt werden können. Jedoch ist es in Lichtenstein noch nicht verpflichtend oder üblich bei jedem Arztbesuch die Versichertenkarte vorzuweisen. Weitere Schritte in Richtung eHealth und elektronische Patientenakte werden diese Vorgehensweise jedoch in Zukunft zur Regel machen. Laut Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini soll es in Puncto eHealth noch in diesem Jahr eine Vernehmlassung geben, die die Grundlagen für eine elektronische Patientenakte schaffen wird.

Ärztekammer-Geschäftsführer Stefan Rüdisser begrüßt grundsätzlich die Abrufbarkeit des Versicherungsstatus zur Information der Ärzte, da diese dann frei entscheiden könnten, ob Sie den betroffenen Patienten trotzdem behandeln oder nicht. Jedoch sieht er die Verhängung der Leistungssperre durch die Krankenkassen kritisch.

 

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Quelle

Volksblatt.li