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Ambulant vor Stationär

 

In der Schweiz werden vergleichsweise viele Eingriffe stationär vorgenommen, bei denen eigentlich eine ambulante Vorgangsweise angezeigt wäre. Das Eidgenössische Department des Innern (EDI) hat deshalb sechs Leistungsgruppen definiert, die nur noch in begründeten Ausnahmefällen auch stationär vergütet werden können.

Häufig werden medizinische Leistungen stationär erbracht, obwohl eine ambulante Behandlung für den Patienten vorteilhafter und gleichzeitig ressourcenschonender wäre. Das EDI bestimmte nun folgende sechs Gruppen von Eingriffen, die nur noch ambulant vorgenommen werden:

  • Einseitige Krampfaderoperationen der Beine
  • Eingriffe an Hämorrhoiden
  • Einseitige Leistenhernienoperationen
  • Untersuchungen / Eingriffe am Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter
  • Kniearthroskopien inkl. arthroskopische Eingriffe am Meniskus
  • Eingriffe an Tonsillen und Adenoiden

Der Beschluss vom 12. Februar 2018, der die Krankenpflegeleistungsverordnung (KLV) ändert, tritt mit 1. Jänner 2019 in Kraft und gewährt den Spitälern und Versicherungen bis dahin eine Umstellungsphase zur Anpassung ihrer Organisation. Außerdem werden in diesem Zeitraum die Bestimmungen für die Ausnahmen ausgearbeitet, für welche auch eine stationäre Behandlung übernommen werden kann.

 

Einsparungspotential und Finanzierungsverschiebung

Ein Bericht zum Verlagerungspotential zeigt, dass 33.000 Fälle im Jahr 2016 statt stationär auch ambulant operiert werden hätten können. Die sich daraus ergebenden Einsparungen werden sich künftig hauptsächlich bei den Kantonen manifestieren (über 90 Mio. Franken), da die stationäre Versorgung bis zu 55 Prozent durch die Kantone finanziert, die ambulante Versorgung hingegen komplett von den Versicherungen gedeckt wird. Die Leistungs- und Finanzierungsverschiebung sollte laut Berechnungen jedoch nicht zu Steigerungen der Krankenversicherungsprämien führen.

 

Evaluierung und kantonale Regelungen

In den ersten drei Jahren soll die Maßnahme in Hinsicht auf Qualität und Kosten untersucht und evaluiert werden. Nach dieser Phase soll darüber nachgedacht werden weitere Leistungen in den Katalog ambulant zu erbringender Eingriffe aufzunehmen.

In den Kantonen gibt es eigene Listen zu ambulant zu erbringenden Leistungen, die mehr Eingriffe umfassen als die KLV. Dies soll auch weiterhin möglich sein.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in der Schweiz

 

Quelle

Bundesamt für Gesundheit BAG