News


Generika schaffen Spielraum für Innovationen

 

Die IQVIA, ein Unternehmen das Humandaten wissenschaftlich aufbereitet, hat die Entwicklung des Arzneimittelmarktes in Österreich untersucht. General Manager Martin Spatz sieht verschiedene Aspekte – Kostentreiber und Kostensenker.

Österreich nimmt weltweit bei der Größe der Arzneimittelmärkte den 21. Platz ein – das ist sehr weit vorne, wenn man bedenkt, dass Österreich bei der Einwohnerzahl weltweit Platz 96 belegt. Das ist für sich genommen noch kein Negativum, sondern zuerst einmal ein Beleg für eine überdurchschnittlich gute Arzneimittelversorgung. Insgesamt konnte 2018 das Wachstum des Marktes gegenüber 2017 jedoch abgeflacht werden. Der erstattungsfähige, kassenfinanzierte Bereich des Marktes verzeichnete 2018 ein Wachstum von 4,4 Prozent – deutlich weniger als 2017, informiert Spatz.

 

Sparfaktoren

Das geringere Wachstum sei im Gesamten vor allem auf den Spitalssektor zurückzuführen, dem das Erscheinen von günstigen Nachahmern für Biotechmedikamente am Markt zu Gute gekommen ist. Spatz verspricht sich auch für 2019 von solchen Biosimilars eine weitere Dämpfung des Marktwachstums im Spitalsbereich.

Auch im Kassenbereich hat 2018 der Einsatz von Generika das Kostenwachstum gebremst. Wertemäßig ist daher der Anteil der Kosten für frei verschreibbare Medikamente aus der sogenannten grünen Box zurückgegangen. Dazu hat auch der Druck des neuen Preisbandes der Kassen, das die Preise von Generika und Originalprodukten beim Auslaufen der Patente weiter senkt, beigetragen.

 

Raum für höhere Ausgaben

Gleichzeitig zu den Einsparungen durch Generika wachsen jedoch die Ausgaben für Medikamente aus der sogenannten dunkelgelben Box, was den verstärkten Einsatz innovativer Medikamente zeigt.  Zudem beobachtet die IQVIA eine Zunahme bei „Preismodellen" zwischen dem Hauptverband der österreichischen Versicherungsträger und den Herstellern, was ebenfalls eine kostendämpfende Wirkung hat.

Ein eher mildes Wachstum gab es hingegen beim OTC-Markt, also bei rezeptfreien Medikamenten. Dieses Marktsegment wuchs um nur 1,1 Prozent, wohingegen der Markt für Produkte, die keine Arzneimittel sind um 4,7 Prozent wuchs.

 

Der Arzneimittelmarkt

Die Analyse der am österreichischen Arzneimittelmarkt beteiligten Firmen zeigt die Stärke von Unternehmen mit starkem Österreich-Bezug: Mit GSK-Gebro, Apomedica, Kwizda, Allergosan und Promedico finden sich gleich 5 solche Unternehmen unter den Top 10 des Marktes. Absoluter Wachstumssieger ist die steirische Firma Apomedica. Für die nächsten Jahre werde es spannend sein wie sich der Arzneimarkt in Hinblick auf individualisierte, zellbasierte Therapien entwickeln werde, denn das sei ein völlig neues Feld, sagt Spatz.

 

Weitere Informationen zum Gesundheitswesen in Österreich

 

Quellen

mnews

Lexas LaenderDaten

IQVIA