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Gesunde Steigerung bei der Prävention

 

Im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention wird Österreich in Ländervergleichen immer als entwicklungsbedürftig dargestellt, denn der Anteil der Gesundheitsausgaben für diesen Bereich ist vergleichsweise gering. Doch eine neue Erhebung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zeigt, dass es eine Bewegung in die richtige Richtung gibt, denn die Ausgaben für Prävention steigen.

 

Mehr Prävention

Für die Studie zu den Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention der öffentlichen Hand wurden alle Aufwendungen des Bundes einschließlich des Fonds Gesundes Österreich, der Bundesländer, der Gemeinden und der Sozialversicherung für das Jahr 2016 erhoben. Die Erhebung fand zum vierten Mal statt. Im Vergleich zu 2012 zeigte sich, dass die Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention um 21,3 Prozent gestiegen sind, während die Gesundheitsausgaben in Österreich im selben Zeitraum nur um 12,6 Prozent gewachsen sind. 8,9 Prozent der öffentlichen Gesundheitsausgaben werden damit für den Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention ausgegeben, das sind 280 Euro pro Kopf der Bevölkerung.

 

Teilbereiche der Prävention

Innerhalb der Prävention ist ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung zu beobachten. Diese lässt sich nämlich in vier Teilbereiche untergliedern:

  • Gesundheitsförderung: Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz, Aktionen in Schulen und kommunale Aktivitäten
  • Primärprävention: Förderung eines gesunden Lebensstils und die Verhinderung von Unfällen
  • Sekundärprävention: Vorsorgeuntersuchungen, Mutter-Kind-Pass
  • Tertiärprävention: medizinische Rehabilitationen, Gesundheitsfestigung und Kuren

Traditionell fallen im Bereich der Tertiärprävention die meisten Kosten an, 70 Prozent aller öffentlichen Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention fielen 2016 hier an. In die Primär- und Sekundärprävention wird in etwa gleich viel investiert: je etwas über 13 Prozent wurden hier verzeichnet. Die Gesundheitsförderung war mit 3,2 Prozent aller Ausgaben vergleichsweise gering.

Die erfreuliche Entwicklung: die Ausgaben für den vernachlässigten Bereich der Gesundheitsförderung wuchsen zwischen 2012 und 2016 am stärksten (+47,8%), gefolgt von jenen der Primärprävention (+36,2%). Auch die Ausgaben für Sekundärprävention stiegen um 33,9 Prozent an, die der Tertiärprävention hingegen nur um 22 Prozent.

 

Finanziers

Der Löwenanteil der Gesundheitsförderung wird durch die Gemeinden finanziert (36,4%), die Primärprävention ebenso (44,7%). Die Kosten der Sekundärprävention werden hingegen hauptsächlich vom Bund und dem Fonds Gesundes Österreich getragen (60,2%), bei der Tertiärprävention ist die Sozialversicherung der Hauptfinanzier (78,2%).

In Summe trägt die Sozialversicherung 87 Prozent der gesamten Kosten für Gesundheitsförderung und Prävention, der Bund inkl. FGÖ 5,5 Prozent, die Bundesländer 6,7 Prozent und die Gemeinden 0,7 Prozent.

 

Mehr Informationen zum Gesundheitswesen in Österreich

 

Quelle

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (2019): Die Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention steigen. Soziale Sicherheit 5/2019. S.198f.

Studie zum Download unter: www.hauptverband.at/fokoop