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Personalmangel erfordert bessere Arbeitsbedingungen

 

Im NHS England sind derzeit 10.000 Stellen unbesetzt. Um eine weitere Verschärfung der Krise abzuwenden sieht sich der NHS-England gezwungen zu handeln und setzt Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Man erhofft sich davon, dass das Personal in den Versorgungseinheiten, den sogenannten Trusts, bleibt.

Eislutscher, Zumba-Stunden, Improvisationstheater und Tee-Trolleys sind die Waffen im Kampf gegen den zunehmenden Stress und den herausfordernden Alltag des Gesundheitspersonals in England. Man setzt mehr auf Wellbeing und eine gute Work-Life-Balance denn je. Lange Dienste und sich verändernde Anforderungen, die sich schwer mit der Familie und einer gesunden Schlafroutine vereinbaren lassen, sollen damit etwas ausgeglichen werden.

Diese Maßnahmen werden allerdings nicht aus lauter Gutmütigkeit getroffen, sondern vielmehr aus der Notwendigkeit heraus, freie Stellen wieder besetzen zu können bzw. das verbliebene Personal zu halten. Die Probleme der Mitarbeiter sind durchaus nicht neu, aber das schiere Ausmaß des derzeitigen Personalrückgangs zwingt die Arbeitgeber dazu, neue, kreative Wege zu gehen, um das Personal zu motivieren.

Jüngste Umfragen zeigten, dass zwei von fünf NHS-Angestellten sich im letzten Jahr wegen arbeitsbedingten Stresses schlecht gefühlt haben – ein Negativrekord. Ein Drittel der Befragten gab an, immer unter extremen Zeitdruck zu arbeiten. Mehr als die Hälfte gab an, an einen Jobwechsel gedacht zu haben und 21 Prozent überlegten überhaupt, den NHS zu verlassen. Das erschöpfte Personal klagte über unbezahlte Überstunden und  berufsbedingte Rückenschmerzen.

Ziel des NHS ist es, durch viele Maßnahmen der beste Arbeitgeber zu werden. Danny Mortimer, Chef von NHS-Employer, ist sich aber sicher, dass alle diese durchaus positiven Bausteine alleine nicht zum ersehnten Ziel führen werden. Er hofft zusätzlich noch auf Unterstützung durch die Politik in Form einer förderlichen Migrationspolitik, flexibleren Ausbildungsmodellen und einer Reform des Pensions- und Sozialsystems.

 

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Quelle

The Guardian