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Tools zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens

 

Anfang April hat die EU-Gruppe „Health Systems Performance Assessment" (HSPA), die sich aus Experten für die Bewertung der Qualität von Gesundheitssystemen zusammensetzt, einen Bericht publiziert. Dieser beinhaltet aktuelle Bemühungen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Bewertung der Effizient von Gesundheitssystemen.

Die europäischen Gesundheitssysteme stehen zunehmend vor derselben Herausforderung: einem wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen mit begrenzten Mitteln zu begegnen. Die Mehrzahl der Wissenschaftler vertritt heute die Meinung, dass etwa 20 Prozent der Gelder im Gesundheitswesen ineffizient eingesetzt bzw. verschwendet werden. Aber die Komplexität der nationalen Gesundheitssysteme, deren gewachsene Strukturen sowie methodische und datenbezogene Schwierigkeiten machen es den Regierungen schwer, sich um die Behebung der Ineffizienzen zu bemühen.

Die Expertengruppe von HSPA räumt ein, dass die zur Verfügung stehenden Methoden und Tools zur Bewertung der Effizienz in Gesundheitssystemen noch in den Kinderschuhen stecken. Dies könnte dazu führen, dass politisch Verantwortliche die vorliegenden (Teil-)Informationen, die ihnen zur Verfügung stehen, falsch interpretieren und die daraus resultierenden Maßnahmen im schlimmsten Fall sogar Schaden für den Patienten nach sich ziehen könnten.

Deshalb ist es ein entscheidender Schritt, eine ganze Anzahl von Instrumenten zur Bewertung von Gesundheitssystemen zu entwickeln und auch deren Schwächen zu definieren. Nur so können Entscheidungsträger Ineffizienzen in ihrem Gesundheitswesen richtig erkennen und so eingreifen, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen eintreten. Dieser Bericht von HSPA setzt genau hier an und will eine effizientere, wissenschaftlich fundierte Gesundheitspolitik fördern.

Die wichtigsten Punkte zur Verbesserung der Bewertung der Effizienz sind demnach:

  • Verbesserung von Qualität und Genauigkeit von Kostendaten
  • Verbesserung der Messung von Gesundheitsergebnissen (Outcomes)
  • Erweiterung der Effizienzmessungen auf Bereiche außerhalb des Spitals
  • Entwicklung einer Kommunikationskultur, die Stakeholdern Effizienzziele positiv vermittelt, sodass diese sich engagiert an der Umsetzung beteiligen

Den gesamten Bericht finden Sie hier. Im nächsten Jahr soll ein weiterer Bericht durch das HSPA folgen, der sich mit Tools und Methoden zur Bewertung der Resilienz von Gesundheitswesen beschäftigt.

 

Quellen

Newsletter der Europäischen Kommission vom 11.04.2019

Bericht „Tools and Methodologies to assess the efficiency of health care services in Europe" (HSPA)