Organisation

Beim Gesundheitssystem in Österreich handelt es sich um ein Bismarck'sches Sozialversicherungssystem. Unselbstständig- und Selbstständig-Erwerbstätige mit einem monatlichen Einkommen über einer Geringfügigkeitsgrenze (2014: 391,31 Euro), fallen unter die Versicherungspflicht. Eine obere Grenze für die Versicherungspflicht gibt es nicht, allerdings gibt es eine Höchstbemessungsgrundlage für die Beitragszahlungen. Beitragszahlungen hängen nur vom Einkommen und dem Angestelltenverhältnis (Arbeiter/Angestellter/Pensionist) des Versicherten ab und sind somit vom individuellen Risiko weitgehend unabhängig. Unter die Pflichtversicherung fallen auch Transferleistungsempfänger, Pensionisten und Personen in Ausbildung. Kinder sind bei den Eltern mitversichert. Für Studenten und geringfügig Beschäftigte gibt es die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung zu günstigeren Konditionen.

Die Beiträge zur Sozialversicherung setzen sich für Einkommen bis zur Höchstbemessungsgrundlage von 4530  für Angestellte und Arbeiter wie folgt zusammen:

 

Arbeiter

Dienstnehmeranteil

Dienstgeberanteil

Gesamt

Pensions-versicherung

10,25

12,55

22,8

Kranken-versicherung

3,95

3,70

7,65

Unfall-versicherung

-

1,40

1,40

Arbeitslosen-versicherung

3,00

3,00

6,00

Sonstiges

1,00-1,70

2,58-5,28

3,58-6,98

 

Angestellte

Dienstnehmeranteil

Dienstgeberanteil

Gesamt

Pensions-versicherung

10,25

12,55

22,80

Kranken-versicherung

3,82

3,83

7,65

Unfall-versicherung

-

1,40

1,40

Arbeitslosen-versicherung

3,00

3,00

6,00

Sonstiges

1,00

2,58-4,58

3,58-5,58

 

Die Krankenkassen unter den 22 Sozialversicherungsträgern bilden die gesetzliche Krankenversicherung und sind als solche in einem Bundesgesetz einheitlich geregelt. Es besteht keine freie Versicherungswahl. Versicherte werden je nach Wohnort oder Berufsgruppenzugehörigkeit, vereinzelt auch nach dem Betrieb, einer Krankenkasse zugewiesen.

Zudem steht den Versicherten die Möglichkeit einer privaten Zusatzversicherung offen, die sich allerdings weniger auf medizinische Leistungen auswirken sollte, sondern vielmehr den Komfort zum Beispiel bei einem Krankenhausaufenthalt erhöhen soll.

Die Abrechnung der in Anspruch genommenen Leistungen erfolgt im Sinne eines Sachleistungssystems über eine elektronische Versicherungskarte. Vereinzelt erfordern Leistungen eine Zuzahlung durch den Versicherten. Für Medikamente gibt es eine Rezeptgebühr die vom Versicherten zu begleichen ist, allerdings nur bis zu einer jährlichen Gesamthöhe von 2% des Nettoeinkommens des Versicherten.