Stationäre Versorgung

Bei dem Verdacht auf oder dem Vorliegen einer schwerwiegenden akuten Erkrankung, die eine dauerhafte Unterbringung und medizinische Überwachung der Patientin/des Patienten erforderlich macht, haben GKV-Versicherte einen Anspruch auf vollstationäre Behandlung in einem Krankenhaus. Allerdings ist die Krankenhausbehandlung immer nachrangig gegenüber anderen, in der Regel kostengünstigeren, Behandlungsformen wie etwa der ambulanten Versorgung. Medikamente, Heil- und Hilfsmittel. Deutschland hat die zweithöchste Zahl von Krankenhausentlassungen je Einwohner in der OECD. Nur in Österreich sind die Fallzahlen noch höher.

Für die Gewährleistung einer leistungsfähigen und bedarfsgerechten Krankenhausversorgung sind die Bundesländer bzw. die zuständigen Länderministerien zuständig. Zu diesem Zweck stellen sie Krankenhauspläne und Investitionsprogramme auf.

Darin wird der Bedarf an stationären Behandlungsleistungen für das jeweilige Bundesland für einen festgelegten Zeitraum prognostiziert und darauf aufbauend die erforderliche Zahl an Häusern, Abteilungen und Betten ermittelt. Die Aufnahme eines Krankenhauses in den Krankenhausplan des Landes ist – von Ausnahmen abgesehen – zum einen Voraussetzung dafür, dass die Behandlungskosten der Patientinnen und Patienten von der GKV übernommen werden können. Zum anderen kommen die "Plankrankenhäuser" in den Genuss der Investitionsförderung durch das Land.

In Deutschland gibt es eine dualistische Krankenhausfinanzierung: Von den Krankenkassen werden die Betriebskosten finanziert, die Deckung der Investitionskosten erfolgt durch die Bundesländer. Um den bestehenden Investitionsstau zu beseitigen, wird darüber nachgedacht, zu einer monistischen Krankenhausfinanzierung zurückzukehren und die Krankenhausfinanzierung vollständig in die Hand der Krankenkassen zu legen.

Da in der Vergangenheit die Vergütung an die Verweildauer der Patientinnen und Patienten gebunden war, hatten Krankenhäuser einen ökonomischen Anreiz die Aufenthaltsdauer zu erhöhen. Durch die Einführung eines diagnoseorientierten DRG-Fallpauschalensystems (2003) werden Krankenhausleistungen nunmehr in Abhängigkeit von der Diagnose vergütet. Dadurch kam es teilweise zu einer Umkehr der Anreize, die Patientinnen und Patienten nun möglichst rasch wieder zu entlassen.

durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Spital

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014

Deutschland im Vergleich

Deutschland weist die höchste Bettendichte im Vergleich auf. Betrachtet man die Aufenthaltsdauer im Spital, so lag Deutschland im oberen europäischen Mittelfeld, liegt aber nun gemeinsam mit der Schweiz an erster Stelle. Zwar sind für die Niederlande keine entsprechenden Daten verfügbar, doch ist die durchschnittliche Belagsdauer mit 9,3 Tagen (2011) im Vergleich sonst nirgendwo so hoch. Entsprechend der hohen Kapazität weist Deutschland auch eine hohe Hospitalisierungsrate auf, so dass je 100 Einwohner 24,3 aus einem Spital entlassen wurden (2011). Nur in Österreich liegt dieser Wert noch höher.In den letzten 10 Jahren ist diese Tendenz in Deutschland ansteigend.

Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014

Spitalsentlassungen je 100 Einwohner

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014