Stationäre Versorgung

Die Organisation der öffentlichen stationären Versorgung ist Aufgabe der Bundesländer. Grob kann unterschieden werden, dass die Erhaltungskosten (Fixkosten) der Häuser aus Steuermitteln, und die laufenden Kosten von den Sozialversicherungen über die Beiträge gedeckt werden sollten. Tatsächlich erfolgt die Finanzierung im österreichischen Krankenhaussektor zunehmend durch Steuermittel. Der Anteil, der von der Sozialversicherung getragen wird, schrumpft kontinuierlich.  Bis 1997 herrschte eine Abrechnung nach Tagessätzen vor, die dann durch ein Fallpauschalensystem ersetzt wurde, dem so genannten LKF System (Leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung). Dabei werden nicht mehr Belagstage abgerechnet, sondern Diagnosegruppen. In erster Folge sind die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen zwar langsamer gestiegen, jedoch kam es nicht zu der erwarteten Verlagerung der Behandlung vom stationären in den ambulanten Bereich. Die Überkapazitäten im Akut-Bereich sind nur leicht zurückgegangen. Der erreichte Rückgang bei der durchschnittlichen Verweildauer ist vor allem auf vermehrte Wiederaufnahmen und Tagespatienten zurückzuführen.

Das Österreichische Gesundheitssystem gilt typischerweise als sehr spitalslastig. Mehr als 70 Prozent der Krankenhausbetten befinden sich in öffentlichen Häusern. Unter den öffentlichen Krankenhäusern können die Versicherten frei wählen. Im Falle einer stationären Krankenhausbehandlung ist pro Tag eine Selbstbeteiligung in Höhe von 10 Euro zu entrichten. Diese Selbstbeteiligung wird für maximal 28 Tage erhoben.

Spitalsentlassungen je 100 Einwohner

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014

Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014

Österreich im Vergleich

Laut den zuletzt verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2012 gab es in Österreich 277 Krankenanstalten, von denen 123 über ein Öffentlichkeitsrecht verfügen (44,4%). Sie unterliegen somit einem gesetzlichen Versorgungs- und Aufnahmegebot. In diesen Krankenanstalten mit Öffentlichkeitsrecht finden sich 70% der Betten.  Insgesamt standen im Jahr 2012 in den Krankenanstalten 64.703 Betten zur Verfügung, was einer Bettenzahl von 766 pro 100.000 Einwohner entspricht. Damit zählt Österreich hinter Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Krankenhausbetten.

Bei der Belagsdauer zählt Österreich zu jenen Ländern, die im Vergleich die kürzeste stationäre Aufenthaltsdauer aufweisen. Allerdings nimmt die Aufenthaltsdauer in anderen Ländern wie Deutschland und Großbritannien stärker ab, als in Österreich. Hierzulande stagniert die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei etwa 8 Belagstagen, ein Wert der seit 2010 von Großbritannien unterboten wird.

Die Hospitalisierungsrate erweist sich im Vergleich nirgends so hoch wie in Österreich. Mit etwas über 25% liegt Österreich dabei sogar knapp vor Deutschland und weit abgeschlagen vor den Ländern mit eingeschränktem Zugang in den stationären Sektor.

2012 waren 23562 Ärztinnen und Ärzte in den Krankenanstalten angestellt. Davon waren 8835  (37,5%) in Ausbildung.

durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Spital

Quelle: WHO European health for all database (HFA-DB) 2014, Datenstand vom 06.11.2014