Stationäre Versorgung

Die Organisation der öffentlichen stationären Versorgung ist Aufgabe der Bundesländer. Grob kann unterschieden werden, dass die Erhaltungskosten (Fixkosten) der Häuser aus Steuermitteln, und die laufenden Kosten von den Sozialversicherungen über die Beiträge gedeckt werden sollten. Tatsächlich erfolgt die Finanzierung im österreichischen Krankenhaussektor zunehmend durch Steuermittel. Der Anteil, der von der Sozialversicherung getragen wird, schrumpft kontinuierlich.  Bis 1997 herrschte eine Abrechnung nach Tagessätzen vor, die dann durch ein Fallpauschalensystem ersetzt wurde, dem so genannten LKF System (Leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung). Dabei werden nicht mehr Belagstage abgerechnet, sondern Diagnosegruppen. In erster Folge sind die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen zwar langsamer gestiegen, jedoch kam es nicht zu der erwarteten Verlagerung der Behandlung vom stationären in den ambulanten Bereich. Die Überkapazitäten im Akut-Bereich sind nur leicht zurückgegangen. Der erreichte Rückgang bei der durchschnittlichen Verweildauer ist vor allem auf vermehrte Wiederaufnahmen und Tagespatienten zurückzuführen.

Das Österreichische Gesundheitssystem gilt typischerweise als sehr spitalslastig. Etwa 70 Prozent der Krankenhausbetten befinden sich in öffentlichen Häusern, dieser Anteil ist jedoch rückläufig. Unter den öffentlichen Krankenhäusern können die Versicherten frei wählen. Im Falle einer stationären Krankenhausbehandlung ist pro Tag je nach Bundesland eine Selbstbeteiligung in Höhe von 12 bis 19 Euro zu entrichten. Diese Selbstbeteiligung wird für maximal 28 Tage erhoben.

 

Spitalsentlassungen pro 100 Einwohner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: OECD.Stat; Eurostat; Datenstand 18.04.2019

 

Spitalsbetten pro 100.000 Einwohner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Eurostat; Datenstand 18.04.2019

 

Österreich im Vergleich

 

Laut den zuletzt verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2017 gab es in Österreich 271 Krankenanstalten, von denen 114 über ein Öffentlichkeitsrecht verfügten (42,1%). Sie unterliegen somit einem gesetzlichen Versorgungs- und Aufnahmegebot. In diesen Krankenanstalten mit Öffentlichkeitsrecht finden sich 70% der Betten.  Insgesamt standen im Jahr 2017 in den Krankenanstalten 67.212 Betten zur Verfügung, was einer Bettenzahl von 737 pro 100.000 Einwohner entspricht. Damit zählt Österreich hinter Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Krankenhausbetten.

Bei der Belagsdauer zählt Österreich zu jenen Ländern, die im Vergleich eine durchschnittliche stationäre Aufenthaltsdauer aufweisen. Allerdings nimmt die Aufenthaltsdauer in anderen Ländern wie Deutschland und Großbritannien stärker ab, als in Österreich. Hierzulande stagnierte die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei etwa 8 Belagstagen und stieg zuletzt sogar etwas an.

Die Hospitalisierungsrate erweist sich im Vergleich in Österreich als sehr hoch. Mit etwas über 25% liegt Österreich dabei knapp unter Deutschland und weit abgeschlagen über den anderen Ländern.

2017 waren 22.808 Ärztinnen und Ärzte (Vollzeitäquivalente)1 in den Krankenanstalten angestellt.

 

Durchschnittliche Verweildauer im Spital

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: OECD.Stat; Datenstand vom 18.04.2019

 

1 Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (2019): Krankenanstalten in Zahlen www.kaz.bmg.gv.at